
Vismarkt: Löwens historischer Fischmarkt und lebendiger Platz
Der Vismarkt ist ein lebendiger, geschichtsträchtiger Platz im Zentrum von Löwen und gilt als ältester Marktplatz der Stadt. Einst ein geschäftiger Binnenhafen, floss hier einst ein Seitenarm der Dijle, der heute vollkommen verborgen in einem gemauerten Kanal aus dem 19. Jahrhundert unter dem Kopfsteinpflaster verläuft.
Vom herzoglichen Hafen zum Fischmarkt
Im Mittelalter diente dieser Ort als herzoglicher Hafen, an dem Transportschiffe aus der Schelderegion Fisch und andere Waren löschten. Im Jahr 1327 trat Herzog Johann III. von Brabant die Hafenrechte an die Stadt ab. Auf dem Platz befanden sich einst ein Augustinerkloster aus dem 13. Jahrhundert und ein Palast aus dem 15. Jahrhundert, erbaut von Herzog Johann IV. Die Steine dieses Palastes wurden später für den Bau des berühmten Löwener Rathauses wiederverwendet.
Im 18. Jahrhundert verlagerte der Bau des Kanals Leuvense Vaart den schweren Schiffsverkehr nach Norden, doch der Vismarkt behielt seine traditionellen Fischstände. Eine beeindruckende überdachte Fischmarkthalle prägte den Platz von den 1880er-Jahren bis zu ihrem Abriss Anfang der 1970er-Jahre. Nach einem kurzen Zwischenspiel als Freiluftparkplatz wurde das Areal schließlich zur Fußgängerzone umgestaltet.
Historische Fassaden und verborgene Renaissance-Wurzeln
Heute präsentiert sich der Vismarkt als geschlossener, kopfsteingepflasterter Platz, gesäumt von asymmetrischen historischen Fassaden. Mehrere Giebel tragen bis heute Namen, die an die Handelsvergangenheit des Platzes erinnern, wie „In de Dry Schepen“ (In den drei Schiffen) oder „De Drye Heringen“ (Die drei Heringe). Die Fassade des Hauses Sint-Andries zieren zwei Fische an der Seite des heiligen Andreas, dem Schutzpatron der Fischer.
Gleich am Südrand des Platzes, in der engen Gasse Busleydengang, liegt die Wiege des Collegium Trilingue. Dieses wegweisende Renaissance-Zentrum wurde 1517 gegründet und vom Humanisten Desiderius Erasmus geprägt. Es widmete sich dem Studium des Hebräischen, Griechischen und Lateinischen direkt anhand der Originaltexte.
Treffpunkt für Gastronomie und Nachtleben
Als Zeuge des mittelalterlichen Binnenhandels bildet der Vismarkt einen entspannten, kulinarischen Gegenpol zur bürgerlichen Gotik des Grote Markt und zum studentischen Trubel auf dem Oude Markt. Er hat sich zu einer lebendigen Freiluft-Lounge und einem beliebten Treffpunkt für Genießer entwickelt.
Beliebte Bars und Restaurants mit Food-Sharing-Konzepten und weitläufigen Außenterrassen prägen das Bild. Die umgebende historische Kulisse bildet einen intimen akustischen Innenhof, in dem das Stimmengewirr der Gäste und das Klirren der Gläser den ganzen Nachmittag und Abend über nachhallen.
FAQ
Warum heißt der Platz in Löwen Vismarkt?
Vismarkt bedeutet übersetzt „Fischmarkt“. Der Platz diente ursprünglich als Binnenhafen an der Dijle, an dem Transportschiffe Fisch entluden. Jahrhundertelang fand hier ein Fischmarkt statt, von den 1880er- bis in die 1970er-Jahre sogar in einer überdachten Markthalle.
Kann man den Fluss am Vismarkt heute noch sehen?
Nein, der Seitenarm der Dijle, der einst über den Vismarkt floss, wurde bei Umbauarbeiten im 19. Jahrhundert in einen unterirdischen Kanal unter dem Platz verlegt.
Welche historischen Gebäude gibt es rund um den Vismarkt zu sehen?
Der Platz ist von asymmetrischen historischen Fassaden gesäumt, deren Namen an seine Handelsgeschichte erinnern, wie etwa „In de Dry Schepen“ (In den drei Schiffen). Das Huis Sint-Andries zeigt zudem eine Darstellung des heiligen Andreas mit zwei Fischen.



