Die Alte Universitätshalle: Das historische Herz der KU Leuven - Leuven
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Die Alte Universitätshalle: Das historische Herz der KU Leuven

Leuven, Belgium

Eingebettet direkt zwischen der Naamsestraat und dem Oude Markt verkörpert die Alte Universitätshalle das doppelte Gesicht des historischen Leuven. Über zwei Jahrhunderte lang arbeiteten hier Gelehrte und Tuchweber Tür an Tür, ein lebendiges Symbol für den Wandel der Stadt vom pulsierenden Handelsplatz zum geistigen Zentrum.

Ein geteilter Raum für Gelehrte und Weber

Der Bau begann im Jahr 1317 unter der Leitung der Baumeister Jan Stevens, Arnout Hore und Goert Raes. Konzipiert als überdachter städtischer Markt und Lagerhaus mit zwölf Toren, bildete das Gebäude das geschäftige Herz des Löwener Tuchhandels.

Nach der Gründung der Universität überließ die Stadt der Theologischen Fakultät 1431 den südlichen Teil des Erdgeschosses für Vorlesungen. Weber und Akademiker teilten sich das Gebäude noch bis 1679, als der Niedergang des Tuchhandwerks die Universität schließlich dazu veranlasste, das gesamte Anwesen zu übernehmen.

Architekturgeschichte und Kuriositäten

Das Gebäude besticht durch einen markanten visuellen Kontrast: Unten ruht es auf schweren Sandsteinarkaden der brabantischen Gotik aus dem 14. Jahrhundert, darüber öffnen sich leichtere, verzierte Barockfenster, die ab 1680 eingesetzt wurden. Zwischen 1723 und 1733 entstand der klassizistisch-barocke Rega-Flügel mit Blick auf den Oude Markt.

Im 18. Jahrhundert betrieb die Universität im Gewölbekeller dieses Flügels eine florierende Bier- und Weinstube. Mit den Erlösen aus dem Ausschank finanzierte man neue Bücher für die Bibliothek direkt darüber. Über dem Eingang an der Naamsestraat erinnert eine kunstvolle Barockkartusche in lateinischer Schrift daran: Sapientia aedificavit sibi domum (Die Weisheit hat sich ihr Haus gebaut).

Feuer, Zerstörung und Wiedergeburt

In der Nacht des 25. August 1914 erlitt das Gebäude eine verheerende Katastrophe, als deutsche Besatzungstruppen es vorsätzlich in Brand steckten. Das Feuer vernichtete die Universitätsbibliothek mitsamt über 230.000 historischen Bänden, nur die Außenmauern blieben stehen.

Zwischen 1921 und 1926 leitete Architekturprofessor Raymond Lemaire den behutsamen Wiederaufbau nach historischem Vorbild. Ein geborgener Stein aus den Trümmern fand später eine neue Heimat in Lovanium, dem Schwestercampus der Universität im Kongo des 20. Jahrhunderts.

Die Universitätshalle heute

Seit 1942 unter Denkmalschutz, dient das Gebäude heute als Rektorat und administratives Zentrum der KU Leuven. Seine hallenden Steingänge führen von der Straße durch gewölbte Arkaden hinaus auf eine offene Terrasse.

Heute befinden sich hier die traditionsreiche Einschreibestelle für Erstsemester, ein Universitätsshop und die Kaffeebar KUp. Außerdem beherbergt das Gebäude die Promotionshalle, den feierlichen Rahmen für öffentliche Disputationen.

FAQ

Wozu diente die Alte Universitätshalle in Leuven ursprünglich?

Das Gebäude wurde 1317 ursprünglich als Tuchhalle errichtet. Mit ihren zwölf Toren diente sie als überdachter städtischer Markt und Lagerhalle für Leuvens florierenden Textilhandel.

Wann übernahm die Universität das Gebäude?

Die Universität nutzte das Erdgeschoss ab 1431 erstmals für Theologievorlesungen. Als die Tuchindustrie vor Ort an Bedeutung verlor, übernahm die Hochschule das Gebäude 1679 schließlich vollständig.

Was geschah mit der Alten Universitätshalle im Ersten Weltkrieg?

Im August 1914 steckten deutsche Besatzungstruppen das Gebäude vorsätzlich in Brand. Die Flammen zerstörten die zentrale Universitätsbibliothek und über 230.000 historische Bände, sodass bis zum Wiederaufbau nach dem Krieg nur noch die Außenmauern standen.

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