Stara ćuprija: die historische Steinbrücke von Konjic - Konjic
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Stara ćuprija: die historische Steinbrücke von Konjic

Konjic, Bosnia-and-herzegovina

Osmanische Ursprünge und Architektur

Die Stara ćuprija (die Alte Steinbrücke) spannt sich in Konjic, Bosnien und Herzegowina, über die smaragdgrüne Neretva. In Auftrag gegeben zwischen 1682 und 1683 als fromme Stiftung (Vakuf) durch Ali-Aga Hasečić unter Sultan Mehmed IV., ersetzte sie baufällige Holzstege, darunter einen Vorgängerbau, den Karađoz-Beg vor 1570 errichtet hatte. Sie gilt als die letzte monumentale osmanische Steinbrücke in Bosnien und Herzegowina und führt die meisterhafte Bautradition der weltberühmten Vorbilder in Mostar und Višegrad fort.

Das Bauwerk misst zwischen 101,8 und 104 Metern in der Länge und spannt sich etwa 4 bis 5,25 Meter in die Breite. Sechs spitz zulaufende Steinbögen ruhen auf fünf wuchtigen Flusspfeilern. Die Baumeister konstruierten das Fundament mit Bedacht: Für die Pfeiler unter Wasser verwendeten sie behauene Kalksteinquader, während die Bögen und Zwickelwände aus leichtem, porösem Tuffstein (Sedra) gefertigt wurden.

Kriegszerstörung und die Jahrzehnte danach

Jahrhundertelang lag die Brücke an einer wichtigen osmanischen Transitroute, die Istanbul und das bosnische Binnenland mit der Adriaküste verband. Ausgerechnet diese strategische Lage wurde ihr am Ende des Zweiten Weltkriegs zum Verhängnis: Am 3. März 1945 sprengten sich zurückziehende deutsche Truppen die Bögen, um den Vormarsch der jugoslawischen Partisanen zu stoppen.

Die Explosion riss die historischen Bögen in die Fluten der Neretva, doch alle fünf gemauerten Flusspfeiler hielten stand. In den ersten Nachkriegsjahren überbrückte zunächst eine provisorische Holzkonstruktion die Pfeiler. 1962 wich dieses Provisorium einer einspurigen Fahrbahn aus Stahl und Beton, über die mehr als vier Jahrzehnte lang der Autoverkehr rollte.

Originalgetreue Rekonstruktion

2003 zum Nationaldenkmal Bosnien und Herzegowinas erklärt, rückte die Stara ćuprija ins Zentrum eines akribischen Wiederaufbauprojekts, das im Mai 2006 begann. Finanziert von der Republik Türkei über die Kooperationsagentur TIKA sowie weiteren internationalen und einheimischen Geldgebern, entstand die Brücke streng nach den Originalplänen des 17. Jahrhunderts neu.

Ingenieure und Bergungstaucher holten originale behauene Steine aus dem Flussbett der Neretva. Statt auf modernen Zement oder Stahlbeton zurückzugreifen, setzte man ganz auf traditionelle Handwerkskunst: 2.408 Tuffsteinblöcke fügten sich zu neuen Bögen zusammen, gesichert mit fast 5 Tonnen Eisenklammern und über 10 Tonnen flüssigem Blei. Sämtliche Steinarbeiten wurden mit einem historischen Mörtel verfugt, der ausschließlich aus gelöschtem Kalk, Flusssand und Ziegelmehl angerührt wurde. Am 16. Juni 2009 wurde die Brücke feierlich wiedereröffnet.

Kulturelles Erbe und heutige Bedeutung

Heute ist die Stara ćuprija eine autofreie Fußgängerbrücke und ein lebendiger Treffpunkt, rund um die Uhr frei zugänglich. Sie verbindet den historischen Basar (Čaršija) am rechten Ufer mit den Wohnvierteln jenseits der Neretva. Dabei bildet sie das Herzstück der Altstadt, zu der auch die osmanische Čaršijska-Moschee (Junuz-Čauš-Moschee) direkt am Flussufer gehört.

Eine in den mittleren Bogen eingelassene Schrifttafel (Tarih) erinnert an Ali-Aga Hasečić. Zwar hielt die mündliche Überlieferung seine Rolle als Stifter über Jahrhunderte hinweg lebendig, doch der urkundliche Beweis gelang erst, als osmanische Erlasse (Fermane) aus den Jahren 1684 bis 1685 im Archiv eines Franziskanerklosters in der Herzegowina entdeckt wurden.

Geografisch wie kulturell gilt die Brücke nach einem lokalen Sprichwort als das wörtliche Bindewort „und“ (i) zwischen Bosnien und Herzegowina, hier vollzieht sich der Übergang von den schroffen Bergen zum mediterran geprägten Süden. Wer hinübergeht, spürt die kühle Brise, die vom Berg Prenj durch das Flusstal herabweht, begleitet vom Rauschen der Neretva an den hellen, von Hand behauenen Tuffsteinen.

FAQ

Wann wurde die Stara ćuprija ursprünglich erbaut?

Die Brücke wurde zwischen 1682 und 1683 unter dem osmanischen Sultan Mehmed IV. von Ali-Aga Hasečić in Auftrag gegeben und ersetzte ältere, baufällige Holzstege über den Fluss.

Wie wurde die Brücke nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut?

Zwischen 2006 und 2009 wurde die Brücke exakt nach ihrem Entwurf aus dem 17. Jahrhundert rekonstruiert. Die Bauleute bargen herabgestürzte Quader aus dem Flussbett und verzichteten auf modernen Zement: Stattdessen verbanden sie 2.408 Tuffsteinblöcke mit Eisenklammern, flüssigem Blei und einem traditionellen Mörtel aus gelöschtem Kalk, Flusssand und Ziegelmehl.

Dürfen Fahrzeuge die Stara ćuprija überqueren?

Nein. Die Brücke ist ausschließlich Fußgängern vorbehalten. Sie ist rund um die Uhr frei zugänglich und verbindet Konjics alten Basar mit den Wohnvierteln.

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