Šišman-Ibrahim-Pascha-Hamam: Badehaus von Počitelj - Pocitelj
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Šišman-Ibrahim-Pascha-Hamam: Badehaus von Počitelj

Pocitelj, Bosnia-and-herzegovina

Imperiale Ursprünge in Počitelj

Im 16. und 17. Jahrhundert verwandelte die osmanische Verwaltung Počitelj von einer mittelalterlichen Festung hoch über der Neretva in eine städtische Siedlung, eine Kasaba. Als Teil dieses Ausbaus stiftete der Militärkommandant und osmanische Würdenträger Šišman Ibrahim Pascha einen wohltätigen Baukomplex (Külliye), zu dem eine Moschee, eine Madrasa, eine Karawanserei, eine Armenküche und ein öffentliches Badehaus (Hamam) gehörten.

Erbaut wurde das Bad vor 1664, dem Jahr, in dem der osmanische Reiseschriftsteller Evliya Çelebi es in seinen Berichten festhielt. Für die abgelegene Garnisonsstadt an der Grenze war es ein Prestigeprojekt von enormer Bedeutung. Archivalien und zeitgenössische Berichte belegen, dass Steinmetzmeister und Kunsthandwerker direkt aus der Reichshauptstadt Istanbul anreisten, damit das Bad auch wirklich großstädtischen Standards osmanischer Baukunst und Technik entsprach.

Architektur und Heiztechnik

Das Bauwerk ist ein klassisches Einzelbad (Tek-Hamam), errichtet aus heimischen, honigfarbenen Kalksteinblöcken. Seine flache Dachlinie wird von fünf Gewölben und Kuppeln gekrönt, die mit mattgrauem Blei gedeckt sind und sich markant vom umgebenden Mauerwerk abheben. In diese Bleikuppeln sind kleine, runde Glasöffnungen eingelassen, die treffend Filgözü („Elefantenaugen“) genannt werden. Diese runden Lichtluken sollten das Tageslicht selbst durch dichte Dampfwolken nach unten lenken, während sie die Badenden zuverlässig vor neugierigen Blicken von außen schützten.

Im Inneren folgte das Gebäude der traditionellen Raumfolge eines osmanischen Bades: einer Eingangs- und Umkleidehalle (Šadrvan), einem mäßig warmen Zwischenraum (Kapaluk), privaten heißen Badekammern (Halvat) und einem zentralen Wasserbecken (Hazna). Die Beheizung erfolgte über ein Hypokaustensystem, das von einer holzbefeuerten Ofengrube (Ćulhan) gespeist wurde. Heiße Luft, Rauch und Gase zirkulierten in unterirdischen Kanälen unter den angehobenen Böden, bevor sie durch Abzugsschächte in den dicken Steinmauern nach oben entwichen.

Öffentliches Leben und dörflicher Treffpunkt

Direkt neben der unteren Karawanserei am Stadttor gelegen, war der Hamam ein unverzichtbarer Knotenpunkt des öffentlichen Lebens. Er diente reisenden Handelskarawanen auf der Route zwischen dem Adriahafen Dubrovnik und dem bosnischen Binnenland ebenso wie den in der Festung stationierten Soldaten.

Doch das Bad war weit mehr als nur ein Zwischenstopp für Reisende: Es war das pulsierende Herz des örtlichen Soziallebens. In der osmanischen Provinz galt in öffentlichen Bädern eine strikte Geschlechtertrennung nach festen Zeiten oder Tagen. Für die Frauen von Počitelj war der Hamam einer der wenigen gesellschaftlich anerkannten Orte jenseits des eigenen Haushalts, um zusammenzukommen, Neuigkeiten auszutauschen und gemeinsame Traditionen zu pflegen, fernab männlicher Aufsicht, etwa bei den rituellen Bädern vor einer Hochzeit.

Verfall, Restaurierung und Gegenwart

Im 19. Jahrhundert, in der Spätphase des Osmanischen Reiches, stellte das Bad seinen Betrieb ein. Nach der Schließung verfiel das beschädigte Gebäude zusehends, bis die Dorfbewohner die dachlose Ruine nur noch als Hamamina (Ruine) bezeichneten. Während des Krieges in Bosnien und Herzegowina von 1992 bis 1995 wurde das Bauwerk weiter vernachlässigt und beschädigt.

Nach der Jahrtausendwende sicherten, räumten und restaurierten Denkmalschutzinitiativen die erhaltenen Kalksteinmauern und Bleikuppeln. Seit 2003 steht das Badehaus als fester Bestandteil des historischen Stadtkerns von Počitelj unter Denkmalschutz, wurde zum Nationaldenkmal von Bosnien und Herzegowina erklärt und 2007 auf die Tentativliste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Heute wird der Hamam als verschlossenes Baudenkmal bewahrt. Sein Inneres bleibt für reguläre Touristenbesuche geschlossen, doch an den unteren Wegen des Dorfes bildet er nach wie vor einen unverwechselbaren Blickfang.

FAQ

Kann man das Innere des Hamams betreten?

Der Hamam wird als verschlossenes Baudenkmal bewahrt, und sein Inneres ist für den regulären Individualtourismus nicht zugänglich. Besucher können die Kalksteinmauern, das Eingangsportal und das bleigedeckte Kuppeldach jedoch von den umliegenden Wegen aus betrachten.

Wer hat das Badehaus entworfen und erbaut?

Das Badehaus wurde als Stiftung von Šišman Ibrahim Pascha in Auftrag gegeben. Um sicherzustellen, dass der Bau großherrlichen Ansprüchen genügte, wurden erfahrene Steinmetzmeister und Kunsthandwerker direkt aus Istanbul entsandt.

Wie wurde das Badehaus beheizt und beleuchtet?

Das Innere wurde von oben durch kleine, runde Glasluken (*Filgözü*) in den Bleikuppeln beleuchtet. Beheizt wurde es durch eine unterirdische Feuergrube (*Ćulhan*), die heiße Luft durch Kanäle unter dem Fußboden und durch Schächte im Mauerwerk leitete.

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