
Monte Beach in Rovinj: Schwimmen unter St. Euphemia
Die wellengeformte Küste der Altstadt von Rovinj
Monte Beach, bei den Einheimischen als Baluota oder Plaža Monte bekannt, erstreckt sich über rund 150 Meter felsige Küste direkt unterhalb der Kirche der heiligen Euphemia. An der Westspitze der historischen Halbinsel von Rovinj gelegen, grenzt dieser urbane Küstenstreifen an die Fußgängerzone der Brüder-Gnot-Promenade (Šetalište braće Gnot). Nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar, markiert er die rau-maritime Grenze, an der die Altstadt auf die offene Adria trifft.
Die Küstenlinie zeigt sich wild mit zerklüfteten Kalksteinfelsen, flachen Felsplatten und tiefem Wasser. Kleine Einschnitte im Gestein bilden winzige Kieselbuchten, vor allem die Einbuchtungen namens Velika Gugulijera und Mala Gugulijera. Entlang der Wasserlinie schlägt das Meer regelmäßig in natürliche Felshöhlen wie die Arnolongo-Höhle, was unter dem Spazierweg oben ein markantes, rhythmisches Dröhnen erzeugt.
Von der Inselfestung zur Küstenpromenade
Vor 1763 war Rovinj eine vorgelagerte Insel, die durch einen schmalen Kanal vom istrischen Festland getrennt war. Damals dienten die steilen, umtösten Klippen von Monte als lebenswichtiger natürlicher Schutzwall gegen Angriffe von See und Piratenüberfälle. Mit der Zeit, als der Verteidigungszweck schwand, wurde die Küste für die Öffentlichkeit erschlossen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand unter den Klippen der Kirche die Küstenpromenade, die die südliche Straße Sveti Križ mit dem nördlichen Ufer verbindet.
Sichtbare historische Schichten sind bis heute am Wasser erhalten. 1844 wurde direkt oberhalb des Strandes eine Steinrampe errichtet, speziell für die Kutsche des österreichischen Kaisers Ferdinand I. bei seinem Besuch der Euphemiekirche. Weiter im Abschnitt Lanterna steht ein steinerner Leuchtturm aus den 1930er-Jahren, der ein älteres gusseisernes Leuchtfeuer aus dem 19. Jahrhundert ersetzte. Direkt dahinter verbirgt sich ein Stahlbetonbunker, den die deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg errichten ließ.
Schwimmen, Sonnenuntergänge und lokale Traditionen
Heute ist Monte Beach ein beliebter Spot zum Schwimmen und Sonnenbaden, nur wenige Schritte von den zentralen Plätzen Rovinjs entfernt. Da es auf den ungeschützten Kalksteinterrassen praktisch keinen Schatten gibt, speichern die Steine tagsüber reichlich Hitze. Die wird vom nachmittäglichen Maestral-Seewind und der abendlichen Landbrise, im Dialekt bàva da tièra genannt, angenehm abgekühlt. Ins tiefere Wasser gelangt man über Metallleitern, die direkt im Fels verankert sind, oder per Kopfsprung von den flachen Platten.
Die Küste hat für die Rovinjer eine tiefe Bedeutung. Die einheimischen Istriotisch sprechenden Bewohner gaben den verschiedenen Felsvorsprüngen am Wasser eigene Dialektnamen wie Fuleîn, Scudièla, Scudeleîn und Baluòta. Generationenübergreifende Traditionen leben auf diesen Steinen fort, und einheimische Familien kehren seit jeher Sommer für Sommer zu genau denselben Felsvorsprüngen zurück. Früher bewiesen die jungen Männer ihren Mut, indem sie von hohen Klippen über dem Arnolongo-Einschnitt ins Meer sprangen, um die Aufmerksamkeit der spazierengehenden Damen oben zu erregen.
Am späten Nachmittag und Abend dient der Strand als Aussichtsplattform mit Blick auf die Insel St. Katarina (Otok Sveta Katarina), um die Sonnenuntergänge über der Adria zu bewundern. Das natürliche Amphitheater aus Felsplatten bietet zudem eine traumhafte Kulisse für Kulturveranstaltungen, darunter Fackelkonzerte und akustische Musikdarbietungen während des Laurentiusfestes.
FAQ
Wie wird der Monte Beach von den Einheimischen genannt?
Der Strand wird meist Baluota (or Spiaggia Balota) und Plaža Monte genannt. Die einheimischen Sprecher des Istriotischen haben bestimmten Felsen am Ufer zudem Dialektnamen wie Baluòta, Fuleîn, Scudièla und Scudeleîn gegeben.
Wie kommt man am Monte Beach ins Wasser?
Ins Wasser gelangt man vor allem über Metallleitern, die direkt in den Felsplatten verankert sind, oder per Sprung von den flachen Vorsprüngen ins tiefe Wasser. Dazu kommen zwei kleine Kieselbuchten, Velika Gugulijera und Mala Gugulijera, die einen flacheren Einstieg bieten.
Welche historischen Bauwerke stehen am Monte Beach?
Im Bereich Lanterna gibt es einen steinernen Leuchtturm aus den 1930er-Jahren und einen Betonbunker aus dem Zweiten Weltkrieg, der von deutschen Truppen errichtet wurde. Direkt oberhalb des Strandes befindet sich zudem eine Steinrampe, die 1844 für die Kutsche des österreichischen Kaisers Ferdinand I. gepflastert wurde.




