Residenzplatz Passau: Barockarchitektur und drei Flüsse - Passau
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Residenzplatz Passau: Barockarchitektur und drei Flüsse

Passau, Germany

Das Herz des bayerischen Venedig

Der Residenzplatz ist Passaus harmonischstes spätbarockes Ensemble und verkörpert perfekt den Geist der „Dreiflüssestadt“. Eingerahmt von der imposanten Neuen Residenz und dem gotischen Chor des Stephansdoms, trifft hier historisches Kopfsteinpflaster auf pastellfarbene Fassaden und verspielten Stuck.

Das unverkennbar mediterrane Flair verdankt der Platz einem verheerenden Stadtbrand im Jahr 1662. Nach der Zerstörung bauten eigens herbeigerufene italienische Architekten und Stuckateure, darunter Carlo Lurago und Giovanni Battista Carlone, Passau praktisch von Grund auf neu auf. Dieser italienische Einschlag bescherte der Stadt ihren bis heute bekannten Beinamen: das „bayerische Venedig“.

Der Wittelsbacherbrunnen im Detail

Das Prunkstück des Platzes ist der Wittelsbacherbrunnen, ein achteckiges Monument im Stil des Neobarock. Das stete Plätschern und Rauschen des Wassers, das über seine Schalen kaskadiert, gibt dem Platz seine lebendige Atmosphäre. Der Münchner Bildhauer Jakob Bradl schuf den Brunnen zwischen 1903 und 1906 anlässlich der 100-jährigen Zugehörigkeit Passaus zu Bayern. Er ersetzte einen Brunnen von 1860 sowie einen noch älteren Ziehbrunnen aus dem Jahr 1555.

Hoch oben auf der Säule thront die Figur der Maria als Patrona Bavariae. Zu ihren Füßen am Sockel sitzen drei puttenhafte Engel, die jeweils einen der Flüsse verkörpern, die unweit am Dreiflüsseeck zusammenfließen: Der Inn-Engel trägt einen Tirolerhut als Symbol für seine alpine Herkunft, der Ilz-Engel ist mit Perlen geschmückt, eine Anspielung auf die historischen Flussperlmuscheln, und der Donau-Engel trägt Ähren im Haar. Ein charmantes Detail: Jakob Bradl nahm für diese Figuren kurzerhand seine eigene Frau und die vier gemeinsamen Kinder als Vorbild.

Vom Handel zur fürstbischöflichen Macht

Vor dem 18. Jahrhundert war der Platz keineswegs repräsentativ, sondern rein zweckmäßig. Unter dem Namen „Unter den Krämern“ bekannt, stand hier einst das Kramhaus, das wichtigste Warenlager der Stadt.

1712 ließ Fürstbischof Lamberg das Kramhaus kurzerhand abreißen. Der Hofstaat war aus der Alten Residenz herausgewachsen, und ein standesgemäßer neuer Palast musste her. So entstand zwischen 1712 und 1730 die Neue Residenz, deren Architektur unübersehbar vom Wiener Spätbarock geprägt ist.

Heutige Nutzung zwischen Verwaltung und Kultur

Heute ist der Residenzplatz einer der beliebtesten Treffpunkte und zentralen Knotenpunkte der Passauer Altstadt. Die Neue Residenz erfüllt nach wie vor ihren historischen Zweck als Verwaltungssitz des Passauer Bischofs.

Über den Eingang am Residenzplatz 8 gelangt man zudem in Teile des Gebäudekomplexes, die heute das Domschatz- und Diözesanmuseum beherbergen. Zusammen mit dem angrenzenden Saalbau zeigen sie kirchliche Kunstschätze aus mehreren Jahrhunderten Passauer Geschichte.

FAQ

Was stellen die Engel am Wittelsbacherbrunnen dar?

Die drei Engel am Sockel des Brunnens symbolisieren die drei Passauer Flüsse: Der Inn-Engel trägt einen Tirolerhut als Zeichen seiner alpinen Herkunft, der Ilz-Engel ist mit Perlen geschmückt (eine Anspielung auf die einstigen Flussperlmuscheln) und der Donau-Engel trägt Ähren im Haar.

Wer hat den Brunnen am Residenzplatz entworfen?

Der neobarocke Wittelsbacherbrunnen wurde zwischen 1903 und 1906 vom Münchner Bildhauer Jakob Bradl geschaffen. Als Vorlage für die Figuren dienten ihm seine eigene Frau und seine vier Kinder.

Warum wird Passau auch als bayerisches Venedig bezeichnet?

Nach einem verheerenden Stadtbrand im Jahr 1662 wurde Passau von italienischen Architekten und Stuckateuren neu aufgebaut. Dadurch erhielten die Stadt und vor allem der Residenzplatz ihr ausgeprägt mediterranes Barockflair.

Was ist die Geschichte der Neuen Residenz?

Die Neue Residenz wurde zwischen 1712 und 1730 unter Fürstbischof Lamberg erbaut, der das städtische Kramhaus abreißen ließ, um Platz für seinen Hofstaat zu schaffen. Sie ist im Wiener Spätbarock gehalten und dient bis heute als Verwaltungssitz des Bischofs.

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