Marktplatz Quedlinburg: Historisches Herz der Stadt - Quedlinburg
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Marktplatz Quedlinburg: Historisches Herz der Stadt

Quedlinburg, Germany

Der Quedlinburger Marktplatz ist das pulsierende Herz der Stadt, ein malerischer Platz voller historischer Architektur und lebendiger Cafés. Um 1150 angelegt, bildet der Marktplatz einen zentralen Teil des UNESCO-Welterbes von Quedlinburg, das über 1.300 Fachwerkhäuser bewahrt. Historisch diente er als Übergangspunkt zwischen der weltlichen Kaufmannsstadt und dem klösterlich-kaiserlichen Bezirk auf dem Schlossberg.

Ein Erbe voller Autonomie und Konflikte

Die Geschichte des Platzes ist von den Spannungen zwischen den weltlichen Kaufleuten und den regierenden Äbtissinnen des Reichsstifts Quedlinburg geprägt. Als die Kaufmannssiedlung nach den 994 verliehenen Marktrechten aufblühte, strebte die Stadt nach Unabhängigkeit. 1426 trat Quedlinburg der Hanse bei und errichtete eine Rolandstatue aus Sandstein als Sinnbild städtischer Freiheit. Diese Autonomie wurde 1477 bei einem bewaffneten Konflikt mit der sächsischen Äbtissin Hedwig gebrochen. Die Stadt wurde aus der Hanse gedrängt und die Rolandstatue in Stücke geschlagen.

Jahrhundertelang lagerten die zerschlagenen Überreste des Ritters in einem Hof. Erst 1869 ließ Bürgermeister Gustav Brecht die Teile rekonstruieren. Heute steht der 2,75 Meter große Quedlinburger Roland neben dem Rathaus und gilt als die zweitkleinste noch erhaltene Rolandstatue. Bei Ausgrabungen im Jahr 2013 entdeckten Archäologen das originale Steinfundament, auf dem die freistehende Figur vor ihrer Zerstörung stand.

Das efeuverwachsene Rathaus

Den Nordrand des Platzes prägt das historische Rathaus, das 1310 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Das Gebäude zeigt frühgotisches Mauerwerk, das bei Renaissancerovierungen zwischen 1616 und 1619 verändert wurde, als man auch das Hauptportal zum Markt hin verlegte. Ein prägendes Sinnbild des Platzes ist der dicke wilde Efeu an der Rathausfassade, der im Wechsel der Jahreszeiten seine Farben vor dem alten Sandsteinmauerwerk entfaltet.

Lokale Sagen und mittelalterliche Traditionen

Auf dem Marktplatz hausen auch markante lokale Legenden. Über der Rathaustür und im Stadtwappen sitzt ein Hund in einem offenen Tor. Die Sage nennt den Hund Quedel und erzählt, sein Bellen habe einen Überfall von Räubern vereitelt und der Stadt ihren Namen gegeben.

Gleich neben dem Marktplatz führt ein kleiner Durchgang zum Schuhhof, einem historischen mittelalterlichen Schuhmacherhof. Einer lokalen Tradition nach geht die mittelalterliche Gepflogenheit, die Fensterläden des Hofs herunterzulassen, auf den modernen Feierabend zurück.

Das moderne Leben auf dem historischen Platz

Heute kontrastiert das Kopfsteinpflaster des Marktplatzes mit den schmalen Gassen, die in die Altstadt abzweigen. Der Platz bleibt ein quirliger Treffpunkt mit regelmäßigen Wochenmärkten, Festen und einem jährlichen Weihnachtsmarkt. Während das Rathaus seine Verwaltungs- und Repräsentationsaufgaben behält, dienen die Fachwerkhäuser aus dem 16. bis 18. Jahrhundert rund um den Platz heute als Cafés, Restaurants, Hotels und zentrale Tourist-Information.

FAQ

Wie alt ist der Marktplatz in Quedlinburg?

Der Marktplatz wurde um 1150 angelegt und dient seit Jahrhunderten als Handels- und Stadtzentrum der Quedlinburger Altstadt.

Warum wurde die Quedlinburger Rolandstatue zerstört?

Die Originalstatue wurde 1477 nach einem bewaffneten Konflikt mit der sächsischen Äbtissin Hedwig zerschlagen. 1869 wurde sie aus den erhaltenen Teilen rekonstruiert.

Was hat es mit dem Hund auf dem Quedlinburger Stadtwappen auf sich?

Der Sage nach soll ein Hund namens Quedel die Stadt vor einem heranrückenden Räuberüberfall gewarnt haben, indem er bellte, was die Bürger dazu inspirierte, die Stadt nach ihm zu benennen.

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