Aussichtspunkt an der Treppe der drei Kuppeln von Oia
Fang den ikonischen Blick auf die berühmte Treppe der drei Kuppeln von Oia ein, die sich kaskadenartig dem glitzernden Meer entgegenneigt. Das berühmteste Postkartenmotiv Santorinis entspringt allerdings keiner uralten Architekturtradition, sondern einem erstaunlich modernen politischen Erlass. Dieser schmale Aussichtspunkt thront über der vulkanischen Caldera und liefert genau jenes Paradebild von Santorini, das weltweit die Reisebroschüren ziert.
Ein überraschend modernes Farbschema
Die Kirchen unterhalb des Aussichtspunkts wurden zwar schon in den 1860er-Jahren im kykladischen und neobyzantinischen Stil erbaut, ihr legendäres blau-weißes Farbkleid kam jedoch erst viel später dazu. Weiß getünchte Wände und blaue Kuppeln setzten sich auf ganz Santorini erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch. Vor allem während der griechischen Militärdiktatur von 1967 bis 1974 wurde genau diese Farbpalette massiv forciert und schließlich per Verordnung vorgeschrieben. Die Farben sollten die griechische Flagge widerspiegeln und Nationalstolz demonstrieren. Nach alter Tradition symbolisiert das Blau in der griechischen Sakralarchitektur zudem Himmel und Paradies und soll böse Geister vertreiben.
Die Kirchen am Rand der Caldera
Der Aussichtspunkt eröffnet den Blick auf zwei benachbarte griechisch-orthodoxe Pfarrkirchen, die sich kühn an den Rand der Caldera klammern. Die 1865 errichtete Auferstehungskirche Anastaseos sticht mit ihrer blauen Kuppel und einem pfirsich- oder rosafarbenen Glockenturm ins Auge. Nur zehn Meter weiter steht Agios Spyridonas, die Kirche des heiligen Spyridon, erbaut 1867 mit farblich abgestimmter blauer Kuppel und blauem Glockenturm. Beide Gebäude werden bis heute als aktive Pfarrkirchen genutzt.
Santorinis meistfotografierten Ort finden
Obwohl die Treppe das bekannteste Wahrzeichen der Insel ist, suchst du ein offizielles Hinweisschild vergeblich. Man läuft schnell daran vorbei. Der Zugang führt über eine unscheinbare Gasse abseits von Oias marmorgepflasterter Flaniermeile, gleich neben dem klassischen Fußweg vom Hauptplatz zu den Ruinen der byzantinischen Burg. Die schmale, hinabführende Treppe zieht täglich gewaltige Menschenmassen an, besonders bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, wenn Reisefans und Hochzeitspaare auf das perfekte Bild hoffen. Auch wenn der Ort weltweit als „Drei Kuppeln“ vermarktet wird: Wer die verschiedenen Treppenabsätze und Blickwinkel in unmittelbarer Nachbarschaft erkundet, bekommt mit etwas Geschick oft bis zu fünf blaue Kuppeln auf ein einziges Foto.
FAQ
Warum sind die Kuppeln in Oia blau gestrichen?
Die blauen Kuppeln wurden während der griechischen Militärdiktatur von 1967 bis 1974 populär gemacht und per Erlass verordnet, um die Farben der griechischen Flagge widerzuspiegeln. Traditionell symbolisiert Blau in der griechischen Kirchenarchitektur den Himmel und soll böse Geister abwehren.
Welche Kirchen sieht man vom Aussichtspunkt der drei Kuppeln?
Vom Aussichtspunkt aus blickt man auf zwei aktive griechisch-orthodoxe Kirchen: Anastaseos, erbaut 1865 mit einem pfirsich- oder rosafarbenen Glockenturm, und Agios Spyridonas, erbaut 1867 mit einem blauen Glockenturm.
Wo befindet sich die berühmte Treppe der drei Kuppeln in Oia?
Der Aussichtspunkt liegt an einer schmalen, hinabführenden Treppe, die über eine unbeschilderte Gasse von Oias marmorgepflasterter Hauptstraße abgeht. Sie befindet sich direkt neben dem Fußweg, der den Hauptplatz mit den Ruinen der byzantinischen Burg verbindet.
