Galerius-Palast: Römische Ruinen in Thessaloniki - Thessaloniki
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Galerius-Palast: Römische Ruinen in Thessaloniki

Thessaloniki, Greece

Der Galerius-Palast bildet den Ankerpunkt der zentralen römisch-byzantinischen Architekturachse von Thessaloniki. Er verbindet die Rotunde und den Galeriusbogen entlang der Fußgängerzone Dimitriou Gounari bis hinab zur Uferpromenade. Blickst du hinab in die tiefer gelegene Senke des Navarinou-Platzes, offenbart sich der freigelegte Hof eines römischen Kaisers, nahtlos eingefügt in das moderne Stadtzentrum. Verwittertes rotes Backsteinmauerwerk und geometrische Bodenmosaike liegen direkt unter den Balkonen von Wohnblocks aus der Mitte des 20. Jahrhunderts und belebten Café-Terrassen offen zutage.

Die Hauptstadt eines römischen Kaisers

Errichtet um die Wende zum 4. Jahrhundert n. Chr., etwa zwischen 298 und 300 n. Chr., gab der römische Kaiser Galerius diesen kaiserlichen Komplex in Auftrag. Er machte Thessaloniki zur Hauptstadt seiner östlichen römischen Provinzen und nutzte den imposanten Palast, um kaiserliche Macht und Erhabenheit zur Schau zu stellen. Die Anlage bildete das Wohn- und Verwaltungszentrum eines noch größeren Kaiserbezirks, zu dem auch der Galeriusbogen, die Rotunde und das antike Hippodrom gehörten.

Auch nach dem Tod von Galerius im Jahr 311 n. Chr. diente der Palast den römischen und frühbyzantinischen Kaisern des 4. Jahrhunderts als temporäre Residenz. Die strategische Lage der Stadt zwischen Rom und Konstantinopel machte sie zu einer perfekten Operationsbasis für den kaiserlichen Hofstaat.

Die Wiederentdeckung des Kaiserhofs

Der Palast blickt auf Jahrhunderte des ständiges Wandels zurück. Im 7. Jahrhundert zerstörte ein starkes Erdbeben den eindrucksvollen Oktogon-Saal. Das Bauwerk wurde daraufhin in eine gewölbte Wasserzisterne umgewandelt, die bis ins 14. Jahrhundert genutzt wurde. Während der osmanischen Zeit entstanden neue Gebäude direkt auf den antiken Ruinen, darunter Madrasas, Schulen und die Akçe-Mescid-Moschee, die bis ins 20. Jahrhundert über dem Oktogon stand.

Die archäologische Erforschung des Areals begann 1917 mitten im Ersten Weltkrieg unter dem französischen Architekten Ernest Hébrard. Interessanterweise lagen die ersten archäologischen Versuche bei der Lokalisierung des Palastes daneben. Deutsche Forscher vermuteten ihn 1935 noch weiter nördlich bei der Rotunde. Erst 1939 konnte der dänische Gelehrte Ejnar Dyggve die Ruinen genau südlich des Bogens verorten. In den 1950er-Jahren begann der Griechische Archäologische Dienst mit groß angelegten Ausgrabungen und förderte die Basilika, den Apsidensaal und das Oktogon schließlich aus dem Schutt der Jahrhunderte zutage.

Das Palastgelände heute erkunden

Heute präsentiert sich der Galerius-Palast als 8.000 Quadratmeter großer archäologischer Freilichtpark unter der Regie des griechischen Kulturministeriums. Zu den freigelegten Bauwerken gehören der Apsidensaal, die Basilika, Gebäude des zentralen Innenhofs, Thermalbäder und das Oktogon. Der genaue ursprüngliche Zweck des Oktogons gibt Historikern bis heute Rätsel auf. Die Theorien reichen von einem kaiserlichen Thronsaal über eine prunkvolle Empfangshalle bis hin zu einem Kultraum.

Zwischen 1993 und 2008 wurde die Stätte aufwendig restauriert. Dies brachte dem Projekt 2008 den Europa-Nostra-Preis für die gelungene Verwandlung einer verlassenen Stadtruine in einen zugänglichen archäologischen Park ein. Du kannst die tiefer gelegenen Mauern jederzeit von den umliegenden Fußgängerpromenaden aus betrachten oder dir ein Ticket kaufen, um direkt zwischen den erhaltenen Fundamenten umherzuschlendern.

Für noch mehr historischen Kontext bietet das Informationszentrum des Galerius-Komplexes beim Apsidensaal nahe der Kreuzung der Straßen Dimitriou Gounari und Alexandrou Svolou spannende Einblicke. Das Zentrum zeigt digitale 3D-Rekonstruktionen und Ausstellungen zur Geschichte des Areals. Bedeutende Fundstücke aus den Ruinen, wie der reliefverzierte „Kleine Galeriusbogen“, sind heute im Archäologischen Museum von Thessaloniki zu bewundern.

FAQ

Wann wurde der Galerius-Palast erbaut?

Der Palast wurde um 298 bis 300 n. Chr. unter Kaiser Galerius erbaut, der Thessaloniki zu seiner Hauptstadt für die östlichen römischen Provinzen machte.

Was ist das Oktogon im Galerius-Palast?

Das Oktogon ist ein großer Hallenbau innerhalb der Anlage, der heute als Ruine erhalten ist. Während sein genauer ursprünglicher Zweck unter Historikern umstritten ist, von einem Thronsaal bis hin zu einer Kultstätte, wurde der Bau im 7. Jahrhundert durch ein Erdbeben zerstört und anschließend in eine Wasserzisterne umgewandelt, die bis ins 14. Jahrhundert genutzt wurde.

Kann man die Ruinen des Galerius-Palastes betreten?

Ja, das 8.000 Quadratmeter große Gelände wird als archäologischer Freilichtpark betrieben, den du mit einer Eintrittskarte betreten kannst, um zwischen den Ruinen umherzuspazieren. Die freigelegten Fundamente und Bodenmosaike sind zudem von den erhöhten Fußgängerpromenaden rund um den Navarinou-Platz jederzeit sichtbar.

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