Weißer Turm von Thessaloniki: Geschichte und Museumsführer - Thessaloniki
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Weißer Turm von Thessaloniki: Geschichte und Museumsführer

Thessaloniki, Greece

Direkt an der Uferpromenade der Nikis-Avenue ragt der ikonische Weiße Turm von Thessaloniki empor. Hinter seinen dicken Mauern verbirgt sich eine düstere Vergangenheit als berüchtigtes osmanisches Gefängnis. Heute bildet die zylindrische Steinfestung den unverwechselbaren Mittelpunkt der städtischen Flaniermeile.

Ursprünge und der Turm des Blutes

Der Turm wurde im 15. Jahrhundert nach der osmanischen Eroberung Thessalonikis durch Sultan Murad II. im Jahr 1430 errichtet. Er entstand auf den Fundamenten eines früheren byzantinischen Turms aus dem 12. Jahrhundert. Die Architekturtradition schreibt den Entwurf dem berühmten osmanischen Baumeister Mimar Sinan zu, da er verblüffende Ähnlichkeiten mit einem Turm aus den 1530er-Jahren im albanischen Vlora aufweist. Ursprünglich sollte das Bauwerk den Hafen und die östliche Stadtmauer schützen. In früheren Jahrhunderten war er auch als Löwenturm oder Festung von Kalamaria bekannt.

Im 19. Jahrhundert diente die Anlage als osmanische Garnison und Gefängnis. Seinen schaurigen Beinamen „Turm des Blutes“ (Kanli Kule) verdankte er den grausamen Folterungen und Massenhinrichtungen, die sich hier abspielten. Besonders berüchtigt war das Massaker an den aufständischen Janitscharen unter Sultan Mahmud II.

Die Verwandlung zum Weißen Turm

Um das düstere Image des Bauwerks Ende des 19. Jahrhunderts aufzupolieren, wurde die Fassade weiß getüncht, woraufhin der Name in „Weißer Turm“ (Beyaz Kule) geändert wurde. Eine lokale Geschichte besagt, dass der jüdische Häftling Nathan Guiledi den Turm 1890 ganz allein tünchte, um im Gegenzug seine Freiheit zu erlangen. Eine andere Legende erzählt dagegen, dass griechische Soldaten den Turm direkt nach ihrem Einmarsch in die Stadt im Jahr 1912 weiß anstrichen, um seine finstere Gefängnisvergangenheit symbolisch reinzuwaschen.

Auch wenn das Bauwerk heute völlig frei steht, war es ursprünglich von Seemauern und einer achteckigen Verteidigungsmauer umgeben. Diese wurden zwischen 1866 und 1890 abgerissen, sodass das 33,9 Meter hohe Gebäude isoliert am heutigen Ufer zurückblieb.

Das Museum und die Aussichtsplattform entdecken

Nachdem der Turm 1912 unter griechische Kontrolle geraten war, diente er nacheinander als Flugabwehrposten, Wetterlabor und Antiquitätenlager, bevor er 1983 an das Kulturministerium übergeben wurde. Heute wird er vom Museum für Byzantinische Kultur verwaltet und ist Denkmal und Museum zugleich.

Im Inneren beherbergen sechs Stockwerke eine ständige Multimedia-Ausstellung, die die Geschichte Thessalonikis von der Antike bis ins 20. Jahrhundert nachzeichnet. Wenn du über die geschlossenen Steinrampen durch die dicken Mauern des Turms mit seinen 22,7 Metern Durchmesser nach oben steigst, weht dir auf dem Dach plötzlich eine frische Meeresbrise entgegen. Die offene Terrasse auf der obersten Ebene dient als 360-Grad-Aussichtsplattform und bietet dir einen Panoramablick über den Thermaischen Golf, der an klaren Tagen bis zum Olymp reicht.

FAQ

Warum heißt er Weißer Turm von Thessaloniki?

Ende des 19. Jahrhunderts wurde das ehemalige osmanische Gefängnis, das bis dahin als „Turm des Blutes“ bekannt war, weiß getüncht, um sein düsteres Image aufzubessern. So entstand der Name „Weißer Turm“ (Beyaz Kule). Lokale Legenden besagen, dass er entweder von einem jüdischen Sträfling im Austausch für seine Freiheit gestrichen wurde oder von griechischen Soldaten im Jahr 1912, um seine Vergangenheit reinzuwaschen.

Was befindet sich im Inneren des Weißen Turms von Thessaloniki?

Auf den sechs Stockwerken im Inneren des Turms befindet sich eine ständige Multimedia-Ausstellung, die vom Museum für Byzantinische Kultur betreut wird. Die Exponate erzählen die Geschichte Thessalonikis von ihrer Gründung in der Antike bis ins 20. Jahrhundert.

Kann man auf die Spitze des Weißen Turms steigen?

Ja, über die geschlossenen Steinrampen gelangst du auf eine offene Terrasse im obersten Stockwerk. Dieses Dach dient als 360-Grad-Aussichtsplattform mit einem Panoramablick auf den Thermaischen Golf und die Silhouette der Stadt.

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