Portone del Diavolo: Turins Teufelstür - Turin
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Portone del Diavolo: Turins Teufelstür

Turin, Italy

Eine kunstvoll geschnitzte Pariser Holztür mit der Fratze des Teufels bewacht eine prominente Bank im Herzen von Turin. Sie steht genau an der Schnittstelle zwischen prachtvoller Barockarchitektur und düsteren esoterischen Legenden. An der Ecke Via XX Settembre und Via Vittorio Alfieri bildet das Portone del Diavolo, die Teufelstür, den Haupteingang zum Palazzo Trucchi di Levaldigi. Nur einen Häuserblock von der Piazza San Carlo entfernt schlägt das berühmte Portal eine Brücke zwischen der offiziellen Geschichte des Hauses Savoyen und Turins berüchtigtem Ruf als Hochburg der Magie und des Okkulten.

Ein Meisterwerk aus dem 17. Jahrhundert

Der Palazzo Trucchi di Levaldigi entstand zwischen 1673 und 1677 unter der Leitung des königlichen Hofarchitekten Amedeo di Castellamonte. Bauherr war Giovanni Battista Trucchi, Graf von Levaldigi und Finanzminister unter Herzog Carlo Emanuele II. von Savoyen. Castellamonte versah das Gebäude mit einer markanten diagonalen Eckfassade, die das sonst so strenge, rechtwinklige Straßenraster Turins elegant durchbricht.

Das berühmte Holzportal selbst wurde 1675 in einer Pariser Werkstatt geschnitzt. Auf dem dunklen Holz im Hochrelief tummeln sich üppige Schnitzereien: florale Motive, Fruchtgirlanden, Putten und allegorische Figuren. Doch zwischen diesen klassischen Elementen verbergen sich kleine menschliche Gesichter, die unheimlich auf jeden herabblicken, der die Schwelle übertritt. Der unbestrittene Blickfang der Tür ist der zentrale Türklopfer aus Bronze: Er zeigt den Teufel mit weit aufgerissenem Maul, der zwei ineinander verschlungene Schlangen hält, deren Köpfe den Schlagring bilden.

Okkulte Numerologie und Verbindungen zum Tarot

Der schaurige Ruf der Tür speist sich auch aus handfesten okkulten Verflechtungen. Im 17. und 18. Jahrhundert trug das Gebäude die Hausnummer 15. Im Tarot entspricht die 15. Karte der Großen Arkana ausgerechnet dem Teufel. Als ob dieser numerologische Zufall nicht reichte, soll damals im Haus auch noch eine Manufaktur für Tarotkarten ansässig gewesen sein, was den Ort nur noch tiefer in der esoterischen Tradition der Stadt verankerte.

Düstere Legenden und ungelöste Rätsel

Die Turiner Folklore kennt gleich mehrere übernatürliche Ursprungsmythen für das Portal. Einer Legende nach materialisierte sich die Tür über Nacht, als ein Zauberlehrling versehentlich finstere Mächte beschwor. Der Teufel höchstpersönlich erschien, reichlich verärgert, versiegelte das Tor und sperrte den Zauberer für alle Ewigkeit dahinter ein.

Auch die weitere Geschichte des Palastes ist von düsteren Tragödien durchzogen. Eine beliebte Geistergeschichte erzählt, dass 1790 bei einem Maskenball von Prinzessin Marianna Carolina von Savoyen ein plötzlicher Sturm alle Lichter löschte. In der Dunkelheit wurde die Tänzerin Emma Cochet mitten auf der Tanzfläche erstochen. Weder der Mörder noch die Tatwaffe wurden je gefunden. Jahrzehnte später rankt sich eine weitere Schauergeschichte um Major Melchiorre Du Perril, einen französischen Offizier Napoleons, der mit geheimen Militärdokumenten im Palast spurlos verschwand. Der Legende nach stießen Arbeiter bei Renovierungsarbeiten im 19. Jahrhundert auf sein aufrecht hinter einer Wand eingemauertes Skelett.

Die Teufelstür heute

Trotz all der finsteren Mythen erfüllt das Gebäude heute einen denkbar weltlichen Zweck. Nach wechselnden Besitzern wurde das Innere des Palastes Anfang des 20. Jahrhunderts umfassend umgebaut. Seit 1939 dient der Palazzo Trucchi di Levaldigi als Hauptfiliale und Büro der Banca Nazionale del Lavoro (BNL). Die berüchtigte Teufelstür blickt direkt auf den Gehweg und steht Besuchern während der regulären Banköffnungszeiten offen.

FAQ

Wo befindet sich das Portone del Diavolo?

Das Portone del Diavolo befindet sich im Zentrum von Turin an der Ecke Via XX Settembre (Hausnummer 40) und Via Vittorio Alfieri, nur einen Häuserblock von der Piazza San Carlo entfernt.

Warum heißt es Teufelstür?

Der Name geht auf den zentralen Bronzeklopfer zurück, der 1675 in Paris gefertigt wurde: Er zeigt den Kopf des Teufels mit weit aufgerissenem Maul, der zwei ineinander verschlungene Schlangen hält.

Was befindet sich heute in dem Gebäude?

Seit 1939 dient der Palazzo Trucchi di Levaldigi als Hauptfiliale und Geschäftsstelle der Banca Nazionale del Lavoro. Während der regulären Banköffnungszeiten steht die Tür offen.

Sind die Legenden über die Tür wahr?

Um die Tür ranken sich zahlreiche Mythen, darunter die Geschichte über einen vom Teufel eingesperrten Zauberlehrling, eine 1790 bei einem Maskenball ermordete Tänzerin und einen napoleonischen Offizier, der hinter den Mauern eingemauert wurde. Auch wenn sie tief in Turins esoterischer Tradition verwurzelt sind, handelt es sich dabei um reine Legenden.

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