Königlicher Palast von Turin: Kommandozentrale des Hauses Savoyen - Turin
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Königlicher Palast von Turin: Kommandozentrale des Hauses Savoyen

Turin, Italy

Stell dich auf die weitläufige Piazzetta Reale und lass die majestätische Fassade sowie die königliche Erhabenheit des Palazzo Reale auf dich wirken.

Direkt an der Piazza Castello gelegen, bildet der Palast das Herzstück des barocken Turiner Stadtgrundrisses. Die weitläufige Anlage verbindet das historische römische Viertel und den Dom mit dem modernen Stadtzentrum und steht als monumentales Zeugnis für den politischen Wandel der Region. Seit 1997 gehört das Bauwerk als Teil der Residenzen des Hauses Savoyen zum UNESCO-Welterbe.

Die Kommandozentrale des Hauses Savoyen

Als Herzog Emanuel Philibert die savoyische Hauptstadt 1563 nach Turin verlegte, bezog er zunächst den alten Bischofspalast der Stadt. Der Bau des heutigen königlichen Gebäudes begann 1584 unter Herzog Karl Emanuel I. Ab 1645 erlebte das Anwesen eine gewaltige barocke Erweiterung unter der Regentin Christine Marie von Frankreich, die die Architektenfamilie Castellamonte mit den repräsentativen Hofgemächern und der prachtvollen Fassade beauftragte.

Nachdem Herzog Viktor Amadeus II. 1713 zum König aufgestiegen war, fügte Hofarchitekt Filippo Juvarra das ausufernde Ensemble zu einem zentralen Machtzentrum zusammen. Über drei Jahrhunderte lang diente der Palast als offizielle Residenz des Hauses Savoyen. 1861 wurde er für kurze Zeit der erste Königspalast des frisch vereinten Königreichs Italien, bevor die Hauptstadt 1864 nach Florenz verlegt wurde. Mit der Gründung der Italienischen Republik im Jahr 1946 ging das Anwesen schließlich in Staatsbesitz über.

Architektur und königliche Gemächer

Die Innenräume spiegeln Jahrhunderte des künstlerischen Wandels wider: Schwere, vergoldete Holzschnitzereien treffen auf kunstvollen Stuck und imposante Deckengemälde mit allegorischen Szenen von Meistern wie Jan Miel und Daniel Seiter. In den 1830er- und 1840er-Jahren ließ König Karl Albert unter der Leitung des Architekten Pelagio Palagi bedeutende klassizistische Umbauten vornehmen.

Die königlichen Gemächer leben von eindrucksvollen Kontrasten, von der strengen Weite des Saals der Schweizergarde bis hin zum Thronsaal mit seinen rot-goldenen Seidentapeten. Im Ballsaal aus dem 19. Jahrhundert spiegeln sich riesige Kronleuchter aus böhmischem Kristall auf dem Parkettboden und in bronzegerahmten Spiegeln.

Eine der verblüffendsten architektonischen Meisterleistungen im Palast ist die Scherentreppe (Scala delle Forbici), die Filippo Juvarra 1720 entwarf. Diese freitragende barocke Marmorkonstruktion führt in die oberen Gemächer, ganz ohne stützende Pfeiler in der Mitte, und erzeugt die optische Illusion von zwei Scherenklingen, die frei in der Luft schweben.

Historische Meilensteine und verborgene Details

Der Palast war Schauplatz entscheidender politischer Weichenstellungen. 1848 unterzeichnete König Karl Albert im Ratssaal das Statuto Albertino. Dieses Dokument diente dem geeinten Italien genau ein Jahrhundert lang bis 1948 als Verfassung.

Am eisernen Haupttor zur Piazzetta Reale prangen vergoldete Medusenhäupter. Sie dienten traditionell als Schutzsymbole, um Unbefugte fernzuhalten. Direkt hinter dem Palast erstrecken sich die sieben Hektar großen Königlichen Gärten. Der Grundriss dieser restaurierten öffentlichen Parkanlage geht auf einen Entwurf von 1697 von André Le Nôtre zurück, dem berühmten Landschaftsarchitekten der Gärten von Versailles.

Der Komplex der Königlichen Museen

Heute bildet der Königliche Palast das Herzstück der Musei Reali di Torino. Der Museumsrundgang verbindet die königlichen Gemächer nahtlos mit mehreren weiteren bedeutenden Kulturinstitutionen. Vom Palast aus gelangst du direkt in die Königliche Rüstkammer, die Königliche Bibliothek, die Galleria Sabauda, den Palazzo Chiablese und die angrenzende Grabtuchkapelle.

FAQ

Wie wird der Königliche Palast von Turin heute genutzt?

Er dient als Herzstück der Musei Reali di Torino (Königliche Museen). Der Komplex verbindet die historischen königlichen Gemächer mit der Königlichen Rüstkammer, der Königlichen Bibliothek, der Galleria Sabauda, dem Palazzo Chiablese und der Grabtuchkapelle.

Wer hat den Königlichen Palast von Turin entworfen?

Der Bau begann 1584. Über die Jahrhunderte hinweg leiteten namhafte Architekten wie Ascanio Vitozzi, die Castellamontes, Filippo Juvarra und Pelagio Palagi bedeutende Erweiterungen.

Welche historische Bedeutung hat der Ratssaal des Palastes?

Im Jahr 1848 unterzeichnete König Karl Albert im Ratssaal das Statuto Albertino. Dieses Grundgesetz diente dem geeinten Italien bis 1948 als Verfassung.

Was hat es mit der Scherentreppe im Königlichen Palast auf sich?

Die 1720 von Filippo Juvarra entworfene Scherentreppe (Scala delle Forbici) ist eine freitragende barocke Marmortreppe, die ganz ohne mittlere Bodenstützen in die oberen Gemächer führt und die optische Illusion schwebender Scherenklingen erzeugt.

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