Convento di San Francesco: Vernazzas Franziskanerkloster - Vernazza
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Ziel

Convento di San Francesco: Vernazzas Franziskanerkloster

Vernazza, Italy

Das historische Franziskanerkloster im oberen Vernazza

An der Via San Francesco im oberen Ortsteil von Vernazza markiert das Convento di San Francesco die historische Grenze zwischen dem Dorf und den Bergpfaden ins Landesinnere, die hinauf zu den Heiligtümern führen. Während Santa Margherita d’Antiochia und das Castello Doria Vernazza unten am Wasser verankern, thront diese Klosteranlage hoch am Felshang, wohltuend abgeschirmt vom Trubel am Hafen.

Architektur und Grundriss

Der Komplex besteht aus einer entweihten Kirche, vor Ort schlicht Chiesa dei Frati genannt, einem angrenzenden Kreuzgangkloster, Umfassungsmauern und einem quadratischen Glockenturm mit achteckiger Spitze samt Turmuhr. Die Kirche präsentiert sich mit einer typisch franziskanischen Giebelfassade, geschmückt mit einem reliefierten Marmorportal samt Festons und einer Fensterrose. Das Innere birgt ein einzelnes Schiff mit vier Nischenkapellen, die direkt in das dicke Mauerwerk geschlagen und mit Stuckarbeiten verziert wurden.

Baugeschichte und wehrhafter Ursprung

Gegründet um 1618 auf Bitten der Dorfbevölkerung, um den reformierten Minderbrüdern eine Heimat zu bieten, wurde der Bau Mitte des 17. Jahrhunderts vollendet. Für die Errichtung musste regelrecht in den Fels gehauen werden, wodurch das mittelalterliche Oratorio di Sant’Antonio und Wehrelemente aus dem 12. Jahrhundert weichen mussten. An der Westflanke des Geländes sind noch heute Überreste der historischen genuesischen Mauern zu sehen, die Vernazza einst wie ein Keil schützend einfassten.

Säkularisierung und bürgerlicher Wandel

Im Jahr 1810 mussten die Mönche weichen, als napoleonische Dekrete die Klöster auflösten. Zwar kehrten die Ordensbrüder 1823 nach einer Bittschrift der Gemeinde unter dem Königreich Sardinien zurück, doch das Verhältnis zu den Stadtoberen kühlte bald ab. 1847 wies die Verwaltung Schadenersatzansprüche kurzerhand ab, nachdem Gemeindearbeiter beim Straßenbau in Richtung Reggio das Aquädukt des Klostergartens abgerissen hatten. Mit den Klosteraufhebungsgesetzen im Zuge der italienischen Einigung fiel der Komplex schließlich endgültig an den Staat. Danach diente er der Gemeinde in ganz unterschiedlichen Rollen: als Grundschule, Kindergarten und schließlich als Rathaus.

Heutige Nutzung und Entdeckungen in der Krypta

Heute beherbergt der erhaltene Kreuzgang das Rathaus von Vernazza. Die entweihte Kirche und die Nebenräume bieten eine stimmungsvolle Bühne für Kunstausstellungen, Konzerte und Theateraufführungen. Unter dem Kirchenboden brachten archäologische Untersuchungen 14 Grabkrypten ans Licht, in denen einst die Mönche des Klosters ihre letzte Ruhe fanden.

FAQ

Wofür wird das Convento di San Francesco heute genutzt?

Der Kreuzgang dient heute als Rathaus von Vernazza, während die entweihte Kirche als Kulturort für Kunstausstellungen, Konzerte und Theateraufführungen genutzt wird.

Wann wurde die Anlage gegründet?

Das Kloster wurde um 1618 für die reformierten Minderbrüder gegründet, die Fertigstellung der Kirche erfolgte Mitte des 17. Jahrhunderts.

Welche historischen Bauten standen zuvor an dieser Stelle?

Für den Bau mussten das mittelalterliche Oratorio di Sant’Antonio und Wehranlagen aus dem 12. Jahrhundert weichen, von denen Teile an der Westflanke als Reste genuesischer Schutzmauern erhalten sind.

Welche archäologischen Funde wurden unter der Kirche gemacht?

Ausgrabungen unter dem Kirchenboden legten 14 Grabkrypten frei, in denen einst die Mönche des Klosters beigesetzt wurden.

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