Dom zu Riga: Geschichte, Architektur und die große Orgel - Riga
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Dom zu Riga: Geschichte, Architektur und die große Orgel

Riga, Latvia

Ein Wahrzeichen des Baltikums

Der Dom zu Riga (Rīgas Doms) am Domplatz (Doma laukums) in der Altstadt (Vecrīga) ist bis heute der Sitz des evangelisch-lutherischen Erzbischofs von Lettland. Gegründet am 25. Juli 1211 von Bischof Albert von Riga, gilt er als das größte mittelalterliche Gotteshaus des gesamten Baltikums. Eingebettet zwischen Daugava-Ufer, Rigaer Schloss, den Kaufmannshäusern der Drei Brüder und der Petrikirche, bildet er seit über achthundert Jahren den architektonischen und geistlichen Anker der Stadt.

Weil sich über die Jahrhunderte Schicht um Schicht an Stadtgeschichte angesammelt hat, Straßen neu gepflastert und Schlammmassen angeschwemmt wurden, liegt das Pflaster rund um den Domplatz heute deutlich höher als einst. Die Folge: Der Boden des Doms liegt spürbar unter dem Straßenniveau. Wenn du hineingehst, musst du also erst einmal ein paar Steinstufen hinabsteigen.

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Title Selbstgeführter stadtrundgang durch Riga mit audioguide

2 Stunden9 StationenAudioguideStarte an jedem Tag, in deinem TempoTicket auf dem Handy · 30 Tage Rückerstattung

Jahrhunderte des architektonischen Wandels

Der Dom ist ein faszinierendes Mosaik unterschiedlichster Epochen. Nach einem verheerenden Stadtbrand im Jahr 1215 nahm der Bau erst richtig Fahrt auf, wobei die Baumeister von Kalksteinquadern, die an den Mauerecken noch immer hervorblitzen, auf roten Backstein umstiegen. Ursprünglich als schlichte Hallenkirche gedacht, wuchs der Bau im 14. und 15. Jahrhundert schließlich zu einer stattlichen gotischen Basilika mit Seitenkapellen und einem gewaltigen Westturm heran.

Kriege und Katastrophen taten über die Jahrhunderte ihr Übriges, um der Silhouette ihren heutigen Stempel aufzudrücken. Ein Großfeuer vernichtete 1547 die gotische Turmspitze, woraufhin 1595 ein pyramidenförmiger Ersatzbau vollendet wurde. Als die russische Belagerung Rigas im Jahr 1710 das Dach schwer beschädigte, wich diese Konstruktion Ende des 18. Jahrhunderts schließlich der geschwungenen Barockhaube, die den Turm bis heute krönt. Ganz oben wacht übrigens kein Kreuz, sondern ein Wetterhahn, Symbol für Wachsamkeit, Morgendämmerung und das Vertreiben finsterer Geister. Das Original von 1595 kannst du im angrenzenden Kreuzgang bewundern.

Die Walcker-Orgel

Hinter den Mauern des Doms verbirgt sich eine der bedeutendsten spätromantischen Orgeln der Welt. Erbaut in den Jahren 1882 und 1883 von der deutschen Werkstatt E. F. Walcker und Co. und im Januar 1884 feierlich eingeweiht, bringt es das Instrument auf sagenhafte 124 Register, 4 Manuale und 6.718 Pfeifen. Die Dimensionen sind atemberaubend: Von hölzernen Riesen mit über zehn Metern Höhe bis hin zu winzigen Metallpfeifchen von gerade einmal 13 Millimetern ist alles vertreten, was dem Klang eine geradezu orchestrale Dynamik verleiht.

Gespielt werden kann das Monster über zwei Spieltische: den viermanualigen Hauptspieltisch oben auf der Empore und einen zweiten auf der unteren Chorempore. Zur Einweihung 1884 komponierte kein Geringerer als Franz Liszt den Festchoral Nun danket alle Gott, obwohl der ungarische Meister selbst nie einen Fuß nach Riga gesetzt hatte.

Säkularisierung und heutige Nutzung

Zwischen 1959 und 1962 machten die sowjetischen Behörden kurzen Prozess: Gottesdienste wurden verboten, der Dom kurzerhand säkularisiert. Doch statt die Pforten für immer zu schließen, wandelten Funktionäre das Schiff in einen staatlichen Konzertsaal um: Sie bauten den Altar ab und drehten sämtliche Kirchenbänke um 180 Grad zur Orgel hin. Erst nach der Unabhängigkeit Lettlands im Jahr 1991 kehrte der Dom wieder in die Hände der lutherischen Kirche zurück.

Heute herrscht hier wieder voller Betrieb: Neben sonntäglichen Gottesdiensten und großen ökumenischen Staatsfeiern ist der Dom das ganze Jahr über eine weltberühmte Konzertbühne. Auf dem Programm stehen regelmäßige Abendkonzerte und die täglichen, zwanzigminütigen Mittagskonzerte (Concerto Piccolo). Außerhalb der Gottesdienstzeiten kommst du mit einem Ticket ins Kirchenschiff und in den romanischen Kreuzgang aus dem 13. Jahrhundert. Dieser schließt direkt an das Museum für Geschichte und Schifffahrt der Stadt Riga an und beherbergt historische Kanonen sowie alte Steinmetzarbeiten.

FAQ

Wann wurde der Dom zu Riga gegründet?

Der Dom zu Riga wurde am 25. Juli 1211 vom livländischen Bischof Albert von Riga gegründet.

Welche Eckdaten hat die Orgel im Dom zu Riga?

Die zwischen 1882 und 1883 von E. F. Walcker und Co. erbaute Orgel verfügt über 124 Register, 4 Manuale und 6.718 Pfeifen, deren Länge von 13 Millimetern bis zu über 10 Metern reicht.

Warum thront auf der Turmspitze des Doms ein Hahn statt eines Kreuzes?

Nach lokaler Tradition symbolisiert der Wetterhahn Wachsamkeit, den Anbruch des Tages und das Vertreiben böser Geister. Der Originalhahn von 1595 ist im Kreuzgangmuseum des Doms ausgestellt.

Wie wurde der Dom während der Sowjetzeit umgestaltet?

Zwischen 1959 und 1962 untersagten die sowjetischen Behörden Gottesdienste, bauten den Altar ab und drehten alle Kirchenbänke um 180 Grad zur Orgelempore, um das Gebäude rein als staatlichen Konzertsaal zu nutzen.

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