Petrikirche in Riga: Geschichte und Panoramablick - Riga
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Petrikirche in Riga: Geschichte und Panoramablick

Riga, Latvia

Die architektonische Entwicklung der Petrikirche

Die Petrikirche (Svētā Pētera baznīca) am Reformācijas laukums 1 in der Rigaer Altstadt prägt als markantester vertikaler Orientierungspunkt die Silhouette entlang der Daugava. Erstmals 1209 als Kaufmannskirche urkundlich erwähnt, birgt der Bau bis heute originale Außenmauern des Langhauses und Pfeiler aus dem 13. Jahrhundert. Zwischen 1409 und den 1470er-Jahren leitete Baumeister Johannes Rumeschotte einen umfassenden Umbau, der das Gotteshaus in eine monumentale dreischiffige Backsteingotik-Basilika mit rund 30 Meter hohen Gewölben verwandelte.

Die folgenden Jahrhunderte legten neue Stilschichten über den gotischen Kern. Im späten 17. Jahrhundert ergänzten Meister kunstvolle Barockportale und eine neue Westfassade. Heute ragt der Turm aus Stahlkonstruktion 123,25 Meter in die Höhe. Die 1973 vollendete moderne Turmspitze greift die mehrfach gestufte Barock-Silhouette des 17. Jahrhunderts auf und wird von einem 158 Kilogramm schweren, hohlen und vergoldeten Wetterhahn aus Kupfer gekrönt.

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Title Selbstgeführter stadtrundgang durch Riga mit audioguide

2 Stunden9 StationenAudioguideStarte an jedem Tag, in deinem TempoTicket auf dem Handy · 30 Tage Rückerstattung

Zyklen von Zerstörung und Wiederaufbau

Kriege und Naturkatastrophen machten den Kirchturm immer wieder dem Erdboden gleich, doch er erstand stets aufs Neue. Nachdem ein früher gotischer Turm 1666 eingestürzt war, entwarf Baumeister Rupert Bindenschu eine kunstvolle barocke Holzkonstruktion. Bei ihrer Fertigstellung 1690 maß sie stolze 148 Meter. 1721 setzte ein Blitzeinschlag den Turm in Brand und zerstörte ihn völlig, woraufhin der russische Zar Peter I. den Wiederaufbau persönlich unterstützte.

Im Zweiten Weltkrieg folgte die nächste Katastrophe. Am 29. Juni 1941 löste Artilleriebeschuss ein verheerendes Feuer aus: Die hölzerne Spitze stürzte ein, das Kirchenschiff brannte komplett aus. Erst in den 1950er-Jahren begannen die Restaurierungsarbeiten. Der heutige Metallturm samt integriertem Aufzug entstand zwischen 1967 und 1973, der vollständige Innenausbau zog sich bis in die 1980er-Jahre. Um den Turm rankt sich ein traditionelles Richtfest-Ritual: Der Baumeister setzt sich rittlings auf den Wetterhahn, trinkt einen Toast auf Riga und wirft ein Weinglas hinab auf das Straßenpflaster. Die Zahl der zersplitterten Scherben soll der Legende nach die Lebensdauer des Turms voraussagen.

Panoramablick und heutiges Leben

Heute ist die Petrikirche ein aktives Gotteshaus der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands, dient aber zugleich als Bühne für Wechselausstellungen und Konzerte. Ein Aufzug im Inneren bringt dich zu einer offenen Aussichtsplattform in 72 Metern Höhe. Von hier oben eröffnet sich ein 360-Grad-Panorama über die Rigaer Altstadt, die Brücken über die Daugava und das Hafengebiet.

Auch akustisch prägt der Turm das historische Zentrum: Neben dem regulären Stundenschlag spielt das Glockenspiel fünfmal täglich die traditionelle lettische Volksweise „Rīga dimd“ („Riga erklingt“).

Bedeutende Relikte und Kunst um die Kirche

Im Kirchenraum steht die originale Rolandstatue aus Sandstein von 1894, ein mittelalterliches Symbol für hanseatische Gerichtsbarkeit und städtische Freiheiten. Ursprünglich thronte die Figur auf dem Rathausplatz, zog dann aber zum Schutz vor Wind und Wetter in die Petrikirche um; draußen auf dem Platz wacht heute eine Kopie. Ebenfalls in der Halle zu sehen: ein imposanter, 3,8 Meter breiter siebenarmiger Bronzeleuchter aus dem Jahr 1596, der im Zweiten Weltkrieg nach Polen evakuiert wurde und 2002 nach Riga zurückkehrte.

Direkt hinter der Apsis an der Skārņu iela stößt du auf Christa Baumgärtels Bronzeskulptur der Bremer Stadtmusikanten aus dem Jahr 1990. Ein Geschenk der Partnerstadt Bremen: Die vier übereinanderstehenden Tiere blicken durch einen Spalt, der symbolisch für den Eisernen Vorhang steht.

FAQ

Wie hoch liegt die Aussichtsplattform der Petrikirche?

Die Aussichtsplattform liegt in 72 Metern Höhe, ist bequem mit einem Innenaufzug erreichbar und bietet einen 360-Grad-Blick über die Rigaer Altstadt und die Daugava.

Welche Melodie spielt das Glockenspiel der Kirche?

Neben dem normalen Stundenschlag spielt das Glockenspiel des Turms fünfmal täglich das traditionelle lettische Volkslied „Rīga dimd“ („Riga erklingt“).

Warum steht die Rolandstatue im Inneren der Petrikirche?

Die originale Rolandstatue aus Sandstein von 1894 wurde zum Schutz vor Witterungsschäden in den Kirchenraum versetzt, während auf dem Rathausplatz eine Replik steht.

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