Markthal Rotterdam: Ikonische Bogenarchitektur und Markthalle - Rotterdam
© Wikimedia Commons | CC-BY-SA
Ziel

Markthal Rotterdam: Ikonische Bogenarchitektur und Markthalle

Rotterdam, Netherlands

Rotterdams moderne Skyline wird von einem gigantischen Hufeisenbogen geprägt, der auf wundersame Weise einen lebhaften Food-Market, ein monumentales digitales Kunstwerk und 228 Wohnungen unter einem Dach vereint. Direkt neben dem Bahnhof Blaak im Laurenskwartier gelegen, steht die Markthal für einen mutigen Ansatz urbaner Mischnutzung.

Ein revolutionärer Bogen

Entworfen vom Rotterdamer Architekturbüro MVRDV und am 1. Oktober 2014 von Königin Máxima feierlich eröffnet, ragt die Markthal stolze 40 Meter in die Höhe. Statt einer gewöhnlichen offenen Markthalle mit separaten Wohntürmen drumherum wölbten die Architekten kurzerhand 228 Wohnungen in einem massiven Bogen über das Markttreiben.

An beiden Enden wird das Gebäude von einfach verglasten, flexiblen Seilnetz-Glasfassaden mit Maßen von 34 mal 42 Metern abgeschlossen. Sie funktionieren unter Spannung wie Tennisschläger und können bei heftigen Nordseestürmen bis zu 70 Zentimeter nach innen nachgeben. Damit das Äußere makellos bleibt, laufen Warenanlieferung und Müllentsorgung komplett über ein unterirdisches Logistikgeschoss. So gibt es keine unansehnliche Rückseite, die das Straßenbild stört.

Die Sixtinische Kapelle von Rotterdam

An sieben Tagen in der Woche verwandelt sich das Erdgeschoss in ein überdachtes Schlemmerparadies mit Dutzenden Marktständen, Feinkosthändlern und umlaufenden Restaurants. Die gedämpfte Akustik wird durch perforierte Aluminiumpaneele an der Decke reguliert, während dir unter dem gewaltigen Bogen der Duft von frischen Stroopwafels, gerösteten Nüssen, Käse und fangfrischem Fisch in die Nase steigt.

Über den Ständen erstreckt sich an der gesamten Innendecke das 11.000 Quadratmeter große Kunstwerk „Füllhorn“ (Hoorn des Overvloeds). Erschaffen von Arno Coenen und Iris Roskam, breitet sich dieses monumentale Werk über mehr als 4.000 Paneele aus und zeigt farbsatte 3D-Motive von riesigen, schwebenden Früchten, Gemüsesorten, Blumen und Insekten. Seine schiere Größe und die leuchtenden Farben haben der Markthal den Spitznamen „Sixtinische Kapelle von Rotterdam“ eingebracht.

Die in den Bogen integrierten Wohnungen bieten ganz besondere Ausblicke auf diesen lebendigen Ort. Die nach innen ausgerichteten Apartments sind mit dreifach verglasten Fenstern schall- und geruchsisoliert. In den Penthäusern ganz oben blicken die Bewohner durch Glasböden sogar senkrecht hinab auf das Marktgeschehen.

Historische Wurzeln und unterirdische Entdeckungen

Die Markthal steht auf geschichtsträchtigem Boden direkt an der Binnenrotte, wo im 13. Jahrhundert ein Damm am Fluss Rotte der Stadt Rotterdam ihren Namen gab. Den Anstoß für das Bauprojekt gaben strengere europäische Hygienevorschriften, die den Verkauf von frischem Fleisch und Fisch unter freiem Himmel einschränkten, gepaart mit dem Ziel, das Viertel wiederzubeleben und neuen Wohnraum zu schaffen.

Bei den Aushubarbeiten für die vierstöckige Tiefgarage, heute die größte der Innenstadt, stießen Archäologen sieben Meter unter der Erde auf eine Überraschung: die Überreste eines Bauernhofs aus dem 10. Jahrhundert. Er stammte aus Rotta, einer mittelalterlichen Siedlung noch vor der Entstehung Rotterdams. Heute sind die ausgegrabenen Fundstücke entlang der zentralen Rolltreppen im Untergeschoss zu sehen, in einer Ausstellung mit dem treffenden Namen „De Tijdtrap“.

Architektonischer Dialog

Die Markthal ist ein zentrales Element von Rotterdams ständiger Neuerfindung. Sie tritt in einen direkten architektonischen Dialog mit benachbarten Ikonen wie Piet Bloms berühmten Kubushäusern, dem Blaak Tower und der restaurierten Grote of Sint-Laurenskerk aus dem 15. Jahrhundert. Damit festigt sie ihren Status als Meilenstein der mutigen Baukultur dieser Stadt.

FAQ

Warum wurde die Markthal in Rotterdam gebaut?

Den Anstoß gaben strengere Hygienevorschriften für den Verkauf von frischem Fleisch und Fisch unter freiem Himmel sowie eine städtische Initiative, um das im Krieg zerstörte Laurenskwartier neu zu beleben und zu besiedeln.

Welches Kunstwerk ist an der Decke der Markthal zu sehen?

Die Decke ziert das 11.000 Quadratmeter große Kunstwerk „Füllhorn“ (Hoorn des Overvloeds) von Arno Coenen und Iris Roskam. Auf über 4.000 Aluminiumpaneelen zeigt es riesige 3D-Bilder von Früchten, Gemüse, Blumen und Insekten, was dem Gebäude den Spitznamen „Sixtinische Kapelle von Rotterdam“ einbrachte.

Gibt es in der Markthal wirklich Wohnungen?

Ja, im 40 Meter hohen Hufeisenbogen befinden sich 228 Wohnungen. Die nach innen ausgerichteten Penthäuser verfügen sogar über schallisolierte Glasböden, durch die man direkt auf das geschäftige Marktgeschehen hinunterblicken kann.

Was ist an den Rolltreppen im Untergeschoss der Markthal ausgestellt?

Entlang der zentralen Rolltreppen im Untergeschoss, bekannt als „De Tijdtrap“, sind archäologische Funde eines Bauernhofs aus dem 10. Jahrhundert ausgestellt. Sie stammen aus Rotta, einer mittelalterlichen Siedlung vor der Gründung Rotterdams, die beim Aushub sieben Meter unter der Erde entdeckt wurde.

Tours featuring Markthal: Eine Markthalle mit Wohnungen im Bogen

More places in Rotterdam