Altes Slowakisches Nationaltheater: Wahrzeichen von Bratislava - Bratislava
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Altes Slowakisches Nationaltheater: Wahrzeichen von Bratislava

Bratislava, Slovakia

Neorenaissance-Architektur am Hviezdoslav-Platz

Das historische Gebäude des Slowakischen Nationaltheaters ragt am östlichen Ende des Hviezdoslav-Platzes (Hviezdoslavovo námestie) in der Altstadt von Bratislava markant empor. An der Nahtstelle zwischen dem mittelalterlichen Stadtkern und der breiten, baumgesäumten Flaniermeile aus der Zeit der österreichisch-ungarischen Modernisierung im 19. Jahrhundert bildet das Theater bis heute einen architektonischen Ankerpunkt der Hauptstadt.

Entworfen vom Wiener Architekturbüro Ferdinand Fellner und Hermann Helmer, die dutzende Theater in ganz Mittel- und Osteuropa schufen, zeigt sich das Gebäude in einem eklektischen Neorenaissance-Stil. Der örtliche Baumeister Ignác Feigler der Jüngere errichtete es zwischen 1884 und 1886 anstelle eines älteren Ständetheaters von 1776, das einst Graf Juraj Csáky in Auftrag gegeben hatte. Am 22. September 1886 wurde das Haus als Pressburger Stadttheater mit Ferenc Erkels Oper Bánk bán feierlich eröffnet.

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Altes Slowakisches Nationaltheater
Čumil
Hauptplatz
Primatialpalais
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Skulpturenschmuck und die Büsten an der Fassade

Die symmetrische Fassade besticht durch eine Rundbogenloggia im ersten Stock, einen kunstvoll balustrierten Balkon und klassische Ziergiebel. Den Skulpturenschmuck prägen eine steinerne Thalia-Gruppe von Theodor Friedl sowie Putten von Viktor Tilgner, die Tragödie und Komödie verkörpern.

In den ovalen Nischen der Fassade finden sich Porträtbüsten mit einer ungewöhnlichen Geschichte. Mitte der 1930er-Jahre ließ die tschechoslowakische Stadtverwaltung die ursprünglichen Bildnisse von Johann Wolfgang von Goethe, William Shakespeare, Franz Liszt, József Katona und Mihály Vörösmarty entfernen, um sie durch tschechische und slowakische Kulturgrößen zu ersetzen. Doch die neuen Skulpturen wurden nie fertiggestellt, und die Wandnischen blieben fast 70 Jahre lang leer. Erst 2003 kehrten Nachbildungen der Originale an ihren Platz zurück. Nur die verschollene Büste von Vörösmarty fehlte, für sie rückte ein neu geschaffenes Porträt von Wolfgang Amadeus Mozart nach.

Der Ganymed-Brunnen

Direkt vor dem Haupteingang auf der Fußgängerebene sprudelt der Ganymed-Brunnen, den der gebürtige Pressburger Bildhauer Viktor Tilgner 1888 schuf. Finanziert von der Ersten Pressburger Sparkasse, zeigt die obere Ebene des Brunnens den antiken Mythos von Zeus, der in Gestalt eines Adlers den Jüngling Ganymed auf den Olymp entführt.

Darunter rückt Tilgner die Tierwelt der nahen Donau in den Mittelpunkt: Putten halten vier heimische Flussfische, Karpfen, Wels, Hecht und Barsch, umringt von bronzenen Wasserschildkröten, Fröschen und Flusskrebsen am Beckenrand.

Kultureller Wandel und Denkmalschutz

Zunächst für gastierende deutsche und ungarische Theatergruppen gedacht, übernahm das Haus nach Gründung der Tschechoslowakei eine neue Rolle. 1920 startete hier das neugegründete Slowakische Nationaltheater seinen Spielbetrieb und vereinte erstmals professionelle Ensembles für Oper, Ballett und Schauspiel unter einem Dach.

Im Zweiten Weltkrieg beschädigten Luftangriffe die Fundamente, was 1949 umfassende Reparaturen nach sich zog. Von 1969 bis 1972 leitete der Architekt Rajmund Hirth eine grundlegende Modernisierung der Technik: Fassade, Foyer und Zuschauerraum blieben erhalten, während zur Seite des Komenský-Platzes ein neuer Anbau für Verwaltung und Bühnentechnik entstand. Bis 2007 diente die Bühne als Hauptspielstätte für Oper und Ballett des SND, bevor das Nationaltheater seinen modernen Neubau an der Pribinova-Straße direkt am Donauufer eröffnete.

Seit Mai 2021 ist das historische Theater für Vorstellungen geschlossen, veraltete Bühnentechnik und bauliche Mängel machten Aufführungen unmöglich. Der reguläre Spielbetrieb läuft weiterhin im Neubau an der Pribinova-Straße, während für das Baudenkmal aus dem 19. Jahrhundert die Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten vorbereitet werden.

FAQ

Wer hat das historische Gebäude des Slowakischen Nationaltheaters entworfen?

Das Theater wurde im Stil der Neorenaissance vom Wiener Architektenduo Ferdinand Fellner und Hermann Helmer entworfen und zwischen 1884 und 1886 vom Pressburger Baumeister Ignác Feigler dem Jüngeren erbaut.

Warum standen die Nischen an der Fassade jahrzehntelang leer?

Zwischen 1934 und 1936 entfernte die Stadtverwaltung die ursprünglichen Büsten von Goethe, Shakespeare, Liszt, Katona und Vörösmarty, um sie durch tschechische und slowakische Persönlichkeiten zu ersetzen. Die neuen Büsten wurden jedoch nie angebracht. So blieben die Nischen verwaist, bis 2003 Nachbildungen einzogen, darunter Mozart anstelle der verschollenen Vörösmarty-Büste.

Finden im historischen Theater derzeit Vorstellungen statt?

Wegen maroder Bühnentechnik und baulicher Mängel ist das historische Gebäude seit Mai 2021 für Aufführungen geschlossen. Alle Produktionen sind vorübergehend im SND-Neubau an der Pribinova-Straße gebündelt.

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