Rathaus von Cuenca: Bogentor zur Plaza Mayor - Cuenca
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Rathaus von Cuenca: Bogentor zur Plaza Mayor

Cuenca, Spain

Die Casa Consistorial von Cuenca ist ein barocker Profanbau aus dem 18. Jahrhundert, der gleichzeitig als monumentales Portal zur Plaza Mayor dient. An der schmalsten Stelle des felsigen Kalksteingrats zwischen den Schluchten des Júcar und des Huécar überspannt der dreistöckige Steinbau die ansteigende Hauptstraße, die Calle Alfonso VIII, und bildet so den perfekten Rahmen für den Eingang in die historische Altstadt.

Städtebauliche Anpassung und Baugeschichte

Der Stadtrat von Cuenca tagte ursprünglich nahe der Puerta de San Juan, bevor man die Sitzungen Ende des 15. Jahrhunderts an die Plaza Mayor verlegte, die damals noch Plaza de la Picota hieß. Ein Mitte des 16. Jahrhunderts von Pedro de Alviz umgebautes und 1676 erweitertes Ratsgebäude verfiel bis zum frühen 18. Jahrhundert allerdings so sehr, dass es schließlich abgerissen werden musste.

Da Bauland auf dem steilen, schmalen Felsgrat von Cuenca Mangelware war, ersann der Architekt Jaime Bort y Meliá in den 1730er-Jahren eine kühne städtebauliche Lösung: Er plante den neuen Verwaltungssitz direkt über der ansteigenden Durchgangsstraße. So schloss er den Platz nach Süden ab, ohne die lebenswichtige Verkehrsader der Stadt zu kappen. Der Bau begann erst nach Borts Tod im Jahr 1760 unter der Leitung des Baumeisters Lorenzo de Santa María und fand 1762 seinen Abschluss. 1788 erweiterte der Architekt Mateo López das Gebäude noch einmal.

Architektur und klassische Säulenordnungen

Das Rathaus ruht auf einer Arkade aus drei offenen Bögen. Während das mittlere Joch von einem klassischen Rundbogen überspannt wird, laufen die beiden flankierenden Bögen spitz zu. Für einen Barockbau des 18. Jahrhunderts ist das ziemlich ungewöhnlich, doch die Spitzbögen hatten einen handfesten praktischen Grund: Sie schufen an der steilen Straße die maximale Durchfahrtshöhe für den Verkehr.

Die Steinfassade folgt einer wohlgeordneten Hierarchie der antiken Säulenordnungen: Rustizierte toskanische Pilaster flankieren die Bögen im Erdgeschoss. Darüber, in der Beletage des ersten Stocks, machen sie ionischen Pilastern mit gesprengten Giebeln Platz, bevor im Dachgeschoss korinthische Pilaster unter einem Ziergiebel mit gemeißeltem Steinlöwen den Ton angeben. Ganz oben im Zentrum der Fassade thront das Wappen von König Carlos III., während das Stadtwappen von Cuenca in einer eigenen Nische nahe dem Eingang zu finden ist.

Heutiger Verwaltungssitz und historischer Kontext

Das Bauwerk bildet die südliche Begrenzung der unregelmäßigen, trapezförmigen Plaza Mayor, direkt gegenüber der Kathedrale Santa María y San Julián und dem Kloster Las Petras. Bis heute ist es der aktive Verwaltungssitz des Ayuntamiento de Cuenca: Sowohl das Bürgermeisterbüro als auch der Plenarsaal (Salón de Plenos) befinden sich in der Beletage. Die Stadtpolitik tagt hier also buchstäblich direkt über den Köpfen von Fußgängern, Autos und Linienbussen.

Seit 2001 ist die Casa Consistorial als Bien de Interés Cultural im UNESCO-Welterbebezirk von Cuenca geschützt. Ihr Inneres bleibt dem offiziellen Amtsbetrieb vorbehalten, doch die Fassade und der gewölbte Arkadendurchgang darunter stehen dir rund um die Uhr offen und verbinden die unteren Stadtviertel mit der Weite der Plaza.

FAQ

Warum wurde das Rathaus auf offenen Bögen errichtet?

Wegen des extremen Platzmangels auf Cuencas schmalem Felsgrat entwarf der Architekt Jaime Bort y Meliá das Rathaus als Brücke direkt über die Calle Alfonso VIII. So konnte die Plaza Mayor nach Süden abgeschlossen werden, ohne die wichtigste Verkehrsachse der Stadt abzuschnüren.

Kann man das Rathaus von Cuenca von innen besichtigen?

Der Zutritt zu den Büros und dem Plenarsaal ist dem offiziellen Amtsbetrieb vorbehalten. Die Außenfassade und die überdachte Gewölbepassage unter den Bögen sind für die Öffentlichkeit jedoch rund um die Uhr frei zugänglich.

Warum sind die seitlichen Bögen an einem Barockgebäude spitz zulaufend?

Die beiden seitlichen Bögen wurden nicht rund, sondern spitz ausgeführt: ein bautechnischer Kniff, um an der ansteigenden Straße die maximale Durchfahrtshöhe für den Verkehr herauszuholen.

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