Fischmarktbrunnen: Basels historischer gotischer Brunnen - Basel
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Fischmarktbrunnen: Basels historischer gotischer Brunnen

Basel, Switzerland

Entdecke die kunstvollen Details des historischen Fischmarktbrunnens mitten auf dem Fischmarktplatz in der Basler Altstadt. Der prächtigste spätgotische Brunnen der Schweiz entstand keineswegs nur für bürgerlichen Stolz, sondern um frischen Flussfisch in versenkten Holzkästen lebendig zu halten. Heute ist er ein markanter Blickfang und beliebter Treffpunkt auf dem Spazierweg zwischen Marktplatz und Rheinufer.

Gotische Handwerkskunst und Gestaltung

Der um 1390 geschaffene Fischmarktbrunnen gilt weithin als der kunstvollste spätgotische Monumentalbrunnen der Schweiz. Das Bauwerk besticht durch ein zwölfeckiges Steinbecken und eine zentrale gotische Fiale, die rund elf Meter in die Höhe ragt. Kunsthistoriker führen den Stil des Brunnens auf die Werkstatt des Steinmetzmeisters Johannes Parler III. zurück, der nach dem Erdbeben von 1356 in Basel wirkte.

Die emporragende Säule ist mit vergoldeten Fialen und über 20 farbenprächtig bemalten Figuren verziert. Die drei Hauptstatuen zeigen die Jungfrau Maria mit Kind und Zepter, Petrus mit dem Schlüssel und Johannes den Evangelisten. Umgeben sind sie von Propheten, Heiligen wie Agnes, Barbara und Katharina sowie musizierenden Engeln und dem Basler Stadtwappen. Aus den Wasserspeiern plätschert unentwegt Wasser in das weite Becken und liefert die passende Geräuschkulisse für den Platz.

Ein lebendiger mittelalterlicher Marktplatz

Der Brunnen entstand kurz nach der Eindolung des Birsig im Jahr 1386, genau an der historischen Grenze, an der der Fluss einst offen floss, bevor er in den Rhein mündete. Erbaut wurde das Monument vor allem für die örtliche Fischerzunft, deren Zunfthaus direkt am Platz lag.

Während des Marktbetriebs nutzten die Händler das riesige Becken als Frischhaltebecken: Sie versenkten durchlöcherte Holzkästen mit ihrem frischen Rheinfang direkt im Wasser. Dieser Anblick faszinierte 1433 auch den venezianischen Konzilssekretär Andrea Gattari während des Basler Konzils. Beim Bewundern der versenkten Fischkästen notierte Gattari allerdings voller Erstaunen, dass die hiesigen Fischhändler ihren Fang „so teuer wie Blut“ verkauften.

Erhalt und heutige Bedeutung

1468 erhielt Werkmeister Jakob Sarbach den Auftrag, das Monument zu renovieren und das Brunnenbecken neu zu errichten. Das führte zu einem jahrhundertelangen Irrglauben: Man hielt Sarbach fälschlicherweise für den Schöpfer der gesamten gotischen Pracht, was Kunsthistoriker erst im 20. Jahrhundert richtigstellten.

Anfang des 20. Jahrhunderts setzte die Witterung dem Brunnen schwer zu. Zwischen 1908 und 1910 wanderten die originale Säule aus dem 14. Jahrhundert und ihre Skulpturen daher ins Historische Museum Basel in der Barfüsserkirche. Was heute auf dem Platz steht, ist eine detailgetreue Kopie. Bei diesen Arbeiten rückte man den Brunnen zudem ein paar Meter nach Nordwesten, passend zur modernen Straßenführung. Trotz aller Veränderungen plätschert der Fischmarktbrunnen unermüdlich weiter: Als voll funktionstüchtiger Trinkwasserbrunnen versorgt er die Stadt bis heute mit frischem Wasser.

FAQ

Ist der Fischmarktbrunnen das Original aus dem 14. Jahrhundert?

Nein, das heutige Monument auf dem Platz ist eine exakte Nachbildung. Wegen starker Verwitterung wurden die originale Säule aus dem 14. Jahrhundert und ihre Skulpturen zwischen 1908 und 1910 in das Historische Museum Basel überführt.

Wozu diente das große Becken des Brunnens ursprünglich?

Das große, zwölfeckige Steinbecken diente der örtlichen Fischerzunft dazu, Süßwasserfische aus dem Rhein lebend frischzuhalten. Während der Marktzeiten versenkten die Händler durchlöcherte Holzkästen direkt im Brunnenbecken.

Kann man heute aus dem Fischmarktbrunnen trinken?

Ja, der Fischmarktbrunnen ist nach wie vor ein voll funktionstüchtiger öffentlicher Trinkwasserbrunnen, der vom Kanton und den Versorgungsbetrieben gepflegt wird.

Warum beschwerten sich die Bürger 1679 über einen nahegelegenen Brunnen?

Im Jahr 1679 klagten Bürger über faulig schmeckendes Wasser aus einem benachbarten Brunnen. Bei Nachforschungen stellte sich heraus, dass eine Sickergrube der nahegelegenen Peterskirche übergelaufen und acht Fuß tief in die Wasserleitung gesickert war.

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