Kepler-Monument: Zu Ehren von Johannes Kepler in Regensburg - Regensburg
© Wikimedia Commons | CC-BY-SA
Ziel

Kepler-Monument: Zu Ehren von Johannes Kepler in Regensburg

Regensburg, Germany

Johannes Kepler kam nach Regensburg, um jahrelang ausstehendem kaiserlichem Sold hinterherzujagen. Am Ende starb er mittellos, und kurz darauf tilgte der Krieg selbst sein Grab von der Landkarte. Heute erinnert das Kepler-Monument an das unvergängliche Vermächtnis des Sternenguckers.\n\n## Eine klassizistische Hommage\nErbaut zwischen 1806 und 1808, präsentiert sich das Kepler-Monument (Keplerdenkmal) als klassizistischer dorischer Monopteros. Entworfen von Hofarchitekt Emanuel Joseph von Herigoyen, besticht der offene Rundtempel durch helle Kalksteinsäulen und ein mit astronomischen Motiven verziertes Kegeldach. Gestiftet von Fürstprimas Karl Theodor von Dalberg und Graf Kaspar von Sternberg, wurde das Bauwerk am 27. Dezember 1808 feierlich eingeweiht.\n\nDas Monument steht in der Fürst-Anselm-Allee, einem englischen Landschaftspark auf den einstigen mittelalterlichen Stadtbefestigungen. Beschattet von alten Laubbäumen hebt sich der klassische Bau markant vom Grün der Parkwiesen ab und bildet eine elegante Wegmarke zwischen der historischen Altstadt und dem Hauptbahnhof.\n\n## Johannes Keplers tragische letzte Tage\nIm Herbst 1630 reiste Kepler aus Sagan nach Regensburg, um beim Reichstag mehr als 12.000 Gulden an ausstehendem Gehalt einzufordern, die ihm aus seiner Zeit als kaiserlicher Mathematiker noch zustanden. Von den Strapazen der Reise schwer geschwächt, packte ihn ein heftiges Fieber. Am 15. November 1630 starb er im Haus des Kaufmanns Hillebrand Hering.\n\nKepler fand seine letzte Ruhe auf dem protestantischen Petersfriedhof vor den südlichen Stadtmauern. Doch schon 1633, mitten im Dreißigjährigen Krieg, planierte eine bayerische Besatzung das Areal, um freies Schussfeld gegen die anrückenden Schweden zu schaffen. Ein militärischer Kahlschlag, der Keplers Grab für immer auslöschte.\n\n## Versetzung und Erhalt\nGymnasialrektor Philipp Ostertag regte bereits 1785 ein Denkmal an, eine Initiative, die Dalberg gut zwei Jahrzehnte später unweit von Keplers vermuteter Grabstätte in die Tat umsetzte. Bemerkenswert: Nur wenige Monate nach seiner Einweihung überstand das Monument das heftige französische und österreichische Artilleriefeuer in der Schlacht bei Regensburg 1809 völlig unversehrt.\n\nZwischen 1858 und 1859 wurde der Tempel abgebaut und ein Stück nach Westen versetzt, um den neuen Gleisen für den Regensburger Hauptbahnhof Platz zu machen.\n\n## Kunstvolle Details und überdauernde Worte\nIm Inneren birgt das Monument eine Replik von Keplers Büste auf einem Sockel aus rotem Marmor sowie die Kopie eines Marmorreliefs, das den Astronomen beim Betrachten der Himmelssphären zeigt. Die Originale von Friedrich Döll und Johann Heinrich von Dannecker werden im Historischen Museum der Stadt und im Keplergedächtnishaus aufbewahrt, jenem erhaltenen Kaufmannshaus, in dem Kepler einst starb.\n\nKeplers Grab mag verloren sein, doch sein selbst verfasstes lateinisches Epitaph überdauerte in den Geschichtsbüchern: ‚Mensus eram coelos, nunc terrae metior umbras. Mens coelestis erat, corporis umbra iacet‘ (‚Einst maß ich den Himmel, nun mess' ich die Schatten der Erde. Himmelwärts strebte der Geist, erdgebunden ruht der Leib‘).

FAQ

Wo befindet sich die Originalbüste des Kepler-Monuments?

Die Büste und das Relief unter freiem Himmel sind Repliken aus den 1980er-Jahren. Die originalen Marmorskulpturen von Friedrich Döll und Johann Heinrich von Dannecker werden in den städtischen Sammlungen Regensburgs aufbewahrt, unter anderem im Keplergedächtnishaus und im Historischen Museum.

Was geschah mit Johannes Keplers ursprünglichem Grab?

Kepler wurde 1630 auf dem Petersfriedhof beigesetzt. Im Dreißigjährigen Krieg ließ die bayerische Besatzung den Friedhof 1633 dem Erdboden gleichmachen, um freies Schussfeld gegen die schwedischen Truppen zu schaffen. Dabei wurde Keplers Grab für immer zerstört.

Warum war Johannes Kepler in Regensburg, als er starb?

Im Herbst 1630 reiste Kepler nach Regensburg, um beim Reichstag mehr als 12.000 Gulden an ausstehendem Gehalt einzufordern, die ihm aus seiner Zeit als kaiserlicher Mathematiker noch zustanden.

More places in Regensburg