Steinerne Brücke: Deutschlands älteste Steinbrücke - Regensburg
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Steinerne Brücke: Deutschlands älteste Steinbrücke

Regensburg, Germany

Romanische Ingenieurskunst

Erbaut zwischen 1135 und 1146 im romanischen Stil, ist die Steinerne Brücke in Regensburg Deutschlands älteste erhaltene Steinbrücke. In einer Rekordzeit von nur elf Jahren vollendet, ruht das monumentale Bauwerk auf massiven, steinverkleideten Pfeilern, die von tief im Flussbett versenkten Eichenholzpfählen getragen werden.

Ursprünglich spannte sich die Brücke über rund 336 Meter und 16 Tonnengewölbebögen. Im frühen 17. Jahrhundert wurde der südlichste Bogen in den städtischen Salzstadel integriert. Heute sind noch 15 Bögen auf einer Länge von etwa 309 Metern sichtbar. Von 1146 bis 1935 blieb das Bauwerk der einzige feste Donauübergang in Regensburg, und über Jahrhunderte hinweg sogar die einzige Steinbrücke überhaupt zwischen Ulm und Wien.

Kreuzzüge und europäischer Einfluss

Im Mittelalter war die Steinerne Brücke ein strategisches Nadelöhr für bedeutende Heerzüge. Unter König Ludwig VII. von Frankreich nutzten die Truppen des Zweiten Kreuzzugs 1147 die Brücke zur Donauüberquerung, 1189 folgte Kaiser Friedrich Barbarossa mit dem Dritten Kreuzzug.

Die Konstruktion setzte zudem europaweit Maßstäbe im Ingenieurbau. Sie diente als direktes architektonisches Vorbild für andere legendäre Flussübergänge des Mittelalters, darunter die Old London Bridge über die Themse, der Pont d’Avignon über die Rhône und die Judithbrücke in Prag. Bemerkenswert: Die Brücke war bereits 1146 vollendet, mehr als 125 Jahre bevor 1273 überhaupt der Bau des gotischen Regensburger Doms begann.

Wehrbauten und getrennte Ufer

Historisch bedeutete der Gang über die Brücke den Wechsel zwischen zwei politischen Welten. Das Südufer gehörte zur Freien Reichsstadt Regensburg, während die nördliche Seite in Stadtamhof bayerischer Landesherrschaft unterstand.

Um den strategischen Übergang zu sichern, bewachten ursprünglich drei befestigte Tortürme das Bauwerk. Bis heute überdauert hat nur der südliche Brückturm, der einst als Schuldgefängnis diente. Der mittlere Turm musste nach einem verheerenden Eishochwasser 1784 abgerissen werden, und der Nordturm wurde 1810 abgetragen, nachdem er bei der napoleonischen Belagerung 1809 schwer beschädigt worden war.

Reißende Strudel und alte Sagen

Der Brückenbau veränderte die Strömung der Donau grundlegend. Da die wuchtigen Pfeiler das Flussbett um fast zwei Drittel einengen, schießt das Wasser mit enormem Tempo hindurch und erzeugt die berüchtigten Mahlströme, die als Donaustrudel bekannt sind. Direkt am südlichen Brückenkopf liegt die Historische Wurstkuchl. 1135 als Baubüro und Garküche zur Verpflegung der Steinmetze mit gekochtem Fleisch entstanden, gilt sie heute als ältester durchgehend betriebener Gastronomiebetrieb der Welt, aus dessen Holzkohlegrill noch immer der Rauch aufsteigt.

Auf der Brüstung am höchsten Punkt der Brücke thront das Bruckmandl, eine Steinfigur, die ihre Hand schützend über die Augen legt und zum Dom hinüberschaut. Während die Tradition dieser Skulptur bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht, stammt die heutige Figur aus dem Jahr 1854. Der Volksmund erklärt den markanten Buckel der Brücke mit einer Wette zwischen dem Brückenbaumeister und dem Dombaumeister. Um das Rennen für sich zu entscheiden, soll der Brückenbauer einen Pakt mit dem Teufel geschlossen und ihm die ersten drei Seelen versprochen haben, die die Brücke überquerten. Als der listige Baumeister jedoch einen Hund, einen Hahn und eine Henne hinübertrieb, trat der Teufel vor Wut so wuchtig gegen die Brücke, dass sie bis heute einen Knick hat.

Denkmalpflege und Welterbe

Heute ist die Steinerne Brücke für Autos gesperrt und dient Fußgängern wie Radfahrern als autofreie Flaniermeile. Sie bildet die wichtigste Verbindung zwischen dem Regensburger Altstadtzentrum und dem malerischen Viertel Stadtamhof.

Als zentraler Bestandteil des UNESCO-Welterbes „Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof“ wurde das Denkmal zwischen 2010 und 2018 aufwendig saniert. In diesem achtjährigen Kraftakt wurden die alten Kalksteinpfeiler statisch gesichert und der Belag erneuert, um das mittelalterliche Meisterwerk für kommende Generationen zu erhalten.

FAQ

Warum sind heute nur noch 15 Bögen der Steinernen Brücke zu sehen?

Obwohl die Brücke ursprünglich 16 Bögen zählte, wurde der südlichste Bogen Anfang des 17. Jahrhunderts in den städtischen Salzstadel integriert, sodass heute nur noch 15 Bögen freiliegen.

Welche historischen Feldzüge führten über die Steinerne Brücke?

Die Brücke diente bedeutenden mittelalterlichen Heeren als Donauübergang, darunter dem Zweiten Kreuzzug unter König Ludwig VII. von Frankreich im Jahr 1147 und dem Dritten Kreuzzug unter Kaiser Friedrich Barbarossa 1189.

Wie entstand die Historische Wurstkuchl an der Brücke?

Die Historische Wurstkuchl entstand 1135 als Baubüro und Garküche, in der die Arbeiter und Steinmetze der Steinernen Brücke mit gekochtem Fleisch versorgt wurden.

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