Konkathedrale von Cortona: Die Geschichte von Santa Maria Assunta - Cortona
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Konkathedrale von Cortona: Die Geschichte von Santa Maria Assunta

Cortona, Italy

Logenplatz über dem Tal von Cortona

Während das bürgerliche Leben Cortonas seit jeher rund um Cardo und Decumanus auf der Piazza della Repubblica und der Piazza Signorelli pulsiert, hat es sich die Piazza del Duomo ganz außen am westlichen Stadtrand gemütlich gemacht. Direkt an die antike Stadtmauer geschmiegt, öffnet sich der Platz wie eine riesige Aussichtsterrasse, mit weitem Blick über das Tal, die Hänge des Monte Sant’Egidio und die Ebene bis hinüber zum Trasimenischen See.

Der Platz bildet eine bischöfliche Enklave, eingerahmt von drei historischen Schwergewichten: der Konkathedrale Santa Maria Assunta, dem Palazzo Vescovile (dem Bischofspalast) und der ehemaligen Kirche del Gesù aus dem 16. Jahrhundert, die seit 1945 das Museo Diocesano beherbergt. Wer über die Via Casali oder die Via del Gesù hierher hinabsteigt, landet auf einer erstaunlich ruhigen Terrasse, dem perfekten Übergang zwischen dem engen Gassengewirr des Mittelalters und den steilen Pfaden hinauf zur Festung Girifalco.

Mittelalterliche Ursprünge und der Aufstieg zum Bischofssitz

Geweihte Erde mit Ausdauer: Der Ort, auf dem Santa Maria Assunta steht, blickt auf eine lückenlose religiöse Tradition zurück. Schon 1068 als mittelalterliche Pfarrkirche (pieve) urkundlich erwähnt, entstand der Bau direkt auf etruskischen und römischen Überresten. Mauerwerk aus dieser antiken und vorrömischen Zeit steckt bis heute buchstäblich in der nördlichen Fundamentmauer und der Fassade der Kathedrale.

Als Cortona 1325 zum Bistum erhoben wurde, richtete der Bischof seine Residenz zwar gleich neben der Kirche ein, doch als offizieller Bischofssitz diente zunächst die außerhalb der Stadtmauern gelegene Wallfahrtskirche San Vincenzo. In Erwartung künftiger kirchlicher Ehren begann man Ende des 15. Jahrhunderts mit ersten baulichen Umgestaltungen. 1507 war es dann so weit: Papst Julius II. übertrug Santa Maria Assunta offiziell den Kathedraltitel. Das Gotteshaus blieb bis 1986 Bischofssitz, bevor es im fusionierten Bistum Arezzo-Cortona-Sansepolcro den Rang einer Konkathedrale erhielt.

Renaissance-Architektur und baulicher Wandel

Die Außenfassade ist ein steinernes Geschichtsbuch: In das spätere Mauerwerk sind noch Reste einer romanischen Fassade aus dem 11. Jahrhundert eingelassen, darunter Spuren einer Arkade, Säulenschäfte und ein Pfeiler. Der große Renaissance-Umbau lag in den Händen von Schülern Giuliano da Sangallos, während Bildhauer und Architekten wie Cristofanello und Francesco Laparelli später für den feinen Schliff sorgten.

Im Inneren empfängt dich der klassische Grundriss einer dreischiffigen Basilika, gegliedert durch schlanke Steinsäulen mit Kapitellen nach dem Vorbild Brunelleschis. Die folgenden Jahrhunderte brachten weitere Facetten ins Spiel: Ende des 16. Jahrhunderts entstanden die südliche Außenloggia und der Glockenturm, im 18. Jahrhundert wurde das Mittelschiff mit einem Tonnengewölbe versehen, das schließlich im 19. Jahrhundert seine Ausmalung erhielt.

Kunst, Antike und moderne Akzente

Santa Maria Assunta war schon immer ein Schauplatz kunsthistorischer Sternstunden. Im 15. Jahrhundert grub man nahe der Kathedrale einen römischen Marmorsarkophag aus dem 2. Jahrhundert aus, verziert mit einem Relief von Dionysos im Kampf gegen die Amazonen. Donatello geriet darüber derart ins Schwärmen, dass sich Architekt Filippo Brunelleschi eigens von Florenz nach Cortona aufmachte, um das Meisterwerk selbst in Augenschein zu nehmen. Heute steht der Sarkophag gut aufgehoben auf der anderen Seite des Platzes im Museo Diocesano.

In der Kathedrale selbst erwartet dich eine spannende Mischung aus historischem Sakralinventar und moderner toskanischer Kunst. Der in Cortona geborene Maler Gino Severini, Mitbegründer des Futurismus, hinterließ hier Mitte des 20. Jahrhunderts seine religiösen Spuren. Zu seinen Werken zählen ein Mosaik des Heiligsten Herzens Jesu von 1955 im linken Seitenschiff sowie ein Kreuzweg, dessen Mosaikstationen im Hintergrund immer wieder die unverwechselbaren Dächer Cortonas aufblitzen lassen.

FAQ

Warum liegt die Kathedrale am Stadtrand von Cortona?

Statt mitten im städtischen Trubel an der Kreuzung der alten Römerstraßen zu thronen, wurde die Kathedrale an der wehrhaften Stadtmauer am westlichen Rand erbaut, wo sie heute eine weite Aussichtsterrasse über dem Tal bildet.

Wann wurde Santa Maria Assunta zur Kathedrale von Cortona?

Papst Julius II. erhob Santa Maria Assunta im Jahr 1507 zur Kathedrale von Cortona und verlegte den Bischofssitz von der vor den Toren gelegenen Kirche San Vincenzo hierher. Sie diente bis 1986 als Bischofskirche, bevor sie den Status einer Konkathedrale erhielt.

Welche antiken Spuren lassen sich im Bauwerk entdecken?

Die nördliche Fundamentmauer und die Fassade der Kathedrale binden antikes etruskisches und römisches Mauerwerk direkt ein, ergänzt durch sichtbare Reste einer romanischen Arkade und eines Pfeilers aus dem 11. Jahrhundert.

Welche Kunstwerke von Gino Severini befinden sich in der Konkathedrale?

Der gebürtige Cortonese Gino Severini schuf 1955 ein Mosaik des Heiligsten Herzens Jesu im linken Seitenschiff sowie Kreuzwegstationen aus Mosaik, die im Hintergrund Cortonas Stadtsilhouette zeigen.

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