Porta Romana: Historisches Tor nach Viterbo - Viterbo
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Porta Romana: Historisches Tor nach Viterbo

Viterbo, Italy

Die südliche Schwelle zur Stadt der Päpste

Die Porta Romana ist das monumentale Südtor von Viterbo. Jahrhundertelang war sie der historische Ankunftsort für Reisende, Pilger und Kardinäle, die über die Via Cassia und die Via Francigena aus Rom hier eintrafen. Aus lokalem Naturstein und vulkanischem Tuffstein (tufo) erbaut, fügt sich das einbogige Portal nahtlos in die mittelalterliche Stadtmauer ein, die bis heute von schwalbenschwanzförmigen Ghibellinenzinnen gekrönt wird.

Die helle Barockfassade bildet einen markanten Kontrast zum dunklen Vulkangestein des mittelalterlichen Mauerwerks ringsum. Über dem Bogen zieren Voluten, Zinnen und Wappenreliefs den oberen Aufbau. Ein imposanter Empfang, der zugleich der klassische Ausgangspunkt ist, um Viterbos historische Viertel nordwärts entlang der Via Garibaldi zu erkunden.

Päpstlicher Ehrgeiz und städtischer Pragmatismus

Das heutige Bauwerk ersetzte ein früheres mittelalterliches Stadttor namens Porta di San Sisto, dessen Durchgang ursprünglich direkt unter einem angrenzenden Wehrturm hindurchführte. Dieser Wehrturm steht noch heute, inzwischen umfunktioniert zum romanischen Glockenturm der benachbarten Kirche San Sisto.

Der Bau des neuen Tores begann zwischen 1621 und 1649 nach Entwürfen des Architekten Francesco Maiolino, während Paolo Pieruzzi und Bernardino Parenti die Steinmetzarbeiten ausführten. Die schweren Holzflügel fertigte der Schreiner Francesco Minestrone aus Vetralla an. Im Oktober 1653 wurde das Tor schließlich feierlich eingeweiht, pünktlich zum Besuch von Papst Innozenz X. Pamphilj, der Viterbo und das nahegelegene Landgut seiner Schwägerin Donna Olimpia Maidalchini beehrte.

Zu Ehren des Besuchs taufte die Stadt das Tor offiziell Porta Innocenziana (sowie Porta Pamphilia) und verewigte die Wappen der Pamphilj und Maidalchini neben dem Stadtwappen von Viterbo an der Fassade. Später, unter Papst Clemens XI. im Jahr 1705, ließ Gouverneur Marcellino Albergotti das päpstliche Wappen ergänzen und krönte das Tor mit einer Steinstatue der Stadtpatronin Rosa von Viterbo (Santa Rosa). Doch aller päpstlichen und städtischen Ehrerbietung zum Trotz scherten sich die Einheimischen herzlich wenig um die offiziellen Namen. Für sie blieb es schlicht die Porta Romana, schließlich führte die Straße von hier aus geradewegs nach Rom.

Artillerienarben und revolutionäre Gefechte

Neben all den Wappen und religiösen Symbolen erzählt das Mauerwerk der Porta Romana auch von handfesten militärischen Konflikten. Im Dezember 1798 nahmen französische Revolutionstruppen unter dem Kommando von General François-Étienne Kellermann die südlichen Befestigungen Viterbos unter Beschuss.

Während des Angriffs trafen Artilleriegeschosse und Granatsplitter das Tor. Tiefe Einschlaglöcher und abgesplitterte Kanten an den hellen Barockgesimsen, am Giebel und an den steinernen Reliefs zeugen bis heute ganz unverblümt von diesem Bombardement des späten 18. Jahrhunderts.

Lebendige Traditionen und städtischer Alltag

Bis heute pulsiert das Leben an der Porta Romana. Als viel genutzte Verkehrsader für Fußgänger und Autos verbindet sie die historische Altstadt mit den äußeren Verkehrsrouten und dem nahegelegenen Bahnhof Porta Romana.

Unmittelbar hinter dem Torbogen öffnet sich die Piazza San Sisto, Schauplatz einer der bedeutendsten Traditionen der Stadt. Jedes Jahr am 3. September versammeln sich hier die Menschen zum Auftakt der Prozession der Macchina di Santa Rosa. Auf diesem Platz stemmen über 100 Träger (facchini) einen erleuchteten, 30 Meter hohen Turm in die Höhe, um ihn anschließend durch die finsteren Gassen des mittelalterlichen Viterbo zu tragen.

FAQ

Warum hieß das Tor trotz päpstlicher Weihung stets Porta Romana?

Obwohl es zu Ehren von Papst Innozenz X. Pamphilj offiziell als Porta Innocenziana eingeweiht wurde, nannten die Einheimischen das Tor beharrlich Porta Romana, da die Straße hier über die antike Via Cassia direkt nach Rom führte.

Woher stammen die sichtbaren Schäden an der Fassade der Porta Romana?

Die Einkerbungen und Absplitterungen an den barocken Gesimsen und am Giebel stammen von Artilleriefeuer und Granatsplittern, als französische Revolutionstruppen unter General François-Étienne Kellermann die Stadt im Dezember 1798 angriffen.

Was befand sich an dieser Stelle, bevor das barocke Tor erbaut wurde?

Zuvor stand hier die mittelalterliche Porta di San Sisto, die Reisende direkt unter einem Wehrturm hindurchführte. Dieser Turm dient heute als romanischer Glockenturm der benachbarten Kirche San Sisto.

Welches große jährliche Ereignis nimmt an der Porta Romana seinen Anfang?

Die Piazza San Sisto direkt hinter dem Tor ist der Sammel- und Startpunkt für die alljährliche Prozession der Macchina di Santa Rosa am 3. September. Dabei tragen über 100 Facchini einen 30 Meter hohen, hell erleuchteten Turm durch die Stadt.

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