Kollegiatkirche St. Paul und Paulusgrotte in Rabat - Mdina
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Ziel

Kollegiatkirche St. Paul und Paulusgrotte in Rabat

Mdina, Malta

Barockarchitektur und die einheitliche Fassade

Die Kollegiat- und Urpfarrkirche St. Paul (Il-Bażilika Kolleġġjata u Proto-Parrokkjali ta' San Pawl) ist ein Prachtbau des maltesischen Hochbarocks im Städtchen Rabat auf Malta. Erbaut aus einheimischem Globigerinenkalk, ersetzte das heutige Bauwerk eine bescheidenere Kirche aus dem Jahr 1578. Die wohlhabende Adlige Guzmana Navarra finanzierte das monumentale Projekt, dessen Bau 1653 unter der Leitung des italienischen Militäringenieurs und Architekten Francesco Buonamici begann. Später übernahm der maltesische Architekt Lorenzo Gafà die Regie und brachte das Gebäude 1683 im Wesentlichen zum Abschluss. Am 21. September 1726 wurde die Kirche offiziell geweiht und im Jahr 2020 schließlich zur Basilica minor erhoben.

Als einer der bemerkenswertesten architektonischen Kunstgriffe von Buonamici und Gafà gilt die geschlossene Außenfassade. Um das visuelle Gleichgewicht an der Pjazza San Pawl zu wahren, integrierten die Baumeister drei nahezu identische Steinportale. Doch statt in eine einzige Halle führen diese Türen auf getrennten, gleichermaßen würdevollen Wegen in drei verschiedene Sakralräume: in die eigentliche Pfarrkirche, in die direkt angeschlossene Publius-Kirche (neu errichtet 1692 und 1726) und geradewegs hinab in das unterirdische Reich aus Grotten und Gräbern.

Die Paulusgrotte und antike Ursprünge

Die Basilika steht auf geschichtsträchtigem Boden: Einst erstreckte sich hier das antike Melite, jene römische Stadt, die sowohl das heutige Mdina als auch Rabat umfasste. Bereits 1336 belegte Bischof Hilarius an diesem Ort eine ecclesia Sancti Pauli de crypta und erwähnte dabei einen uralten Friedhof sowie einen benachbarten römischen Schutzgraben. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts richtete Großmeister Alof de Wignacourt hier ein Stiftskapitel des Johanniterordens ein und besiegelte so die Rolle der Ordensritter als Hüter des Heiligtums.

Der christlichen Überlieferung zufolge suchte der Apostel Paulus nach seinem Schiffbruch vor Malta im Jahr 60 n. Chr. genau hier Zuflucht. Drei Monate lang soll er in der natürlichen Felshöhle unter der Kirche gelebt, gebetet und gepredigt haben. 1748 stiftete Großmeister Manuel Pinto da Fonseca eine weiße Marmorstatue des Heiligen Paulus, die bis heute das Herzstück der Höhle bildet. In der jüngeren Vergangenheit entwickelte sich die Grotte zu einem bedeutenden Pilgerziel und empfing hochkarätigen Besuch: Papst Johannes Paul II. pilgerte 1990 und 2001 hierher, Papst Benedikt XVI. folgte 2010 und Papst Franziskus 2022.

Unterirdische Katakomben und Luftschutzbunker

Die Architektur des Komplexes reicht weit unter das Straßenniveau von Rabat und verbindet das Paulus-Heiligtum mit weitläufigen, aus dem Fels geschlagenen Kammern. Beim Betreten erlebt man ein faszinierendes Spiel der Kontraste für die Sinne: Vom sonnengebleichten Steinplatz der Pjazza San Pawl tritt man zunächst in ein hohes, vergoldetes Barockschiff, um gleich darauf in die kühle, schattige Feuchte des nackten Felsgrunds hinabzusteigen.

Tief unter der Basilika führen Pfade in frühchristliche Katakomben mit Grabanlagen, die direkt aus dem Stein gehauen wurden. An diese geschichtsträchtigen Gänge schließt sich ein weit verzweigtes Netz aus Luftschutzbunkern aus dem Zweiten Weltkrieg an, die einst in den Fels getrieben wurden, um die Bevölkerung vor den verheerenden Luftangriffen zu schützen.

Gemeindeleben außerhalb der Stadtmauern

Auch wenn sie bei Touren durch das benachbarte Mdina gerne mitgenommen wird: Die Basilika gehört zum Vorort Rabat vor den Toren der alten Festung. Während der arabischen Herrschaft im Mittelalter wurde das antike Melite in eine befestigte Zitadelle (al-Madīnah) und eine Vorstadt (rabaḍ) geteilt. Die Kollegiatkirche entwickelte sich zum beständigen religiösen wie kulturellen Mittelpunkt dieser Siedlung, strategisch platziert unmittelbar vor dem Festungsgraben und dem Haupttor von Mdina.

Bis heute pulsiert hier das Leben einer aktiven römisch-katholischen Pfarrbasilika mit regelmäßigen Gottesdiensten, Sakramenten und der Beichte. Sie ist auch der Mittelpunkt des alljährlichen Paulusfestes von Rabat, das mit festlich geschmückten Gassen, Glockengeläut, Blaskapellen-Märschen und feierlichen Prozessionen zelebriert wird. Gleichzeitig sind die Grotte, die Katakomben und die Luftschutzbunker tagsüber regulär für Besucher zugänglich.

FAQ

Warum hat die Kirchenfassade drei identische Portale?

Die Architekten Francesco Buonamici und Lorenzo Gafà entwarfen drei identische Portale, um die optische Symmetrie zu wahren und zugleich drei eigenständigen Sakralräumen einen ebenbürtigen, würdevollen Zugang zu verschaffen: der Kollegiatkirche, der Publius-Kirche und dem unterirdischen Grottenkomplex.

Welche historische Bedeutung hat die Paulusgrotte?

Der christlichen Überlieferung nach fand der Apostel Paulus nach seinem Schiffbruch vor Malta im Jahr 60 n. Chr. drei Monate lang in der Höhle Zuflucht, um dort zu beten und zu predigen. In der Grotte steht eine Marmorstatue, die 1748 von Großmeister Manuel Pinto da Fonseca gestiftet wurde. Zudem empfing sie bereits Besuche der Päpste Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Franziskus.

Welche unterirdischen Bereiche verbergen sich unter der Basilika?

Die unterirdische Anlage umfasst die Paulusgrotte, frühchristliche Grabkatakomben und ein verzweigtes System aus Luftschutzbunkern aus dem Zweiten Weltkrieg, die direkt in den Fels gehauen wurden.

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