Mdina Gate: Geschichte von Maltas barockem Stadttor - Mdina
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Mdina Gate: Geschichte von Maltas barockem Stadttor

Mdina, Malta

Das Mdina Gate, auch bekannt als Vilhena-Tor oder Haupttor, ist der wichtigste Zugang zur historischen Festungsstadt Mdina auf Malta. Das monumentale Portal überspannt einen tiefen Trockengraben, der die einstige Inselhauptstadt vom benachbarten Rabat und den Howard Gardens trennt, und markiert die Grenze zwischen modernen Autostraßen und den verkehrsberuhigten Gassen der historischen Zitadelle.

Erbaut im Jahr 1724, steht das Tor seit 1925 auf der Denkmalliste und ist als Nationalmonument ersten Ranges geschützt. Neben dem älteren mittelalterlichen Greeks Gate und dem Għarreqin Gate aus dem 19. Jahrhundert ist es einer von nur drei verbliebenen Eingängen zur Stadt.

Ursprünge und Wiederaufbau nach dem Erdbeben

Im Mittelalter führte der Weg nach Mdina noch durch eine befestigte Abfolge von drei aufeinanderfolgenden Toren und Höfen, streng bewacht vom Wehrturm Turri Mastra. Im Jahr 1693 beschädigte das Erdbeben von Sizilien die mittelalterlichen Befestigungen und umliegenden Gebäude Mdinas jedoch schwer. Dies veranlasste António Manoel de Vilhena, Großmeister des Malteserordens, zu einer umfassenden Modernisierung der gesamten Stadtumwallung.

Die Leitung der Arbeiten übernahm der französische Militärarchitekt Charles François de Mondion. Er verlegte den Haupteingang um einige Meter nach links, das alte mittelalterliche Tor wurde kurzerhand zugemauert. Erst dieser Versatz schuf den nötigen Raum für den angrenzenden Vilhena-Palast. Ursprünglich führte eine steinerne Bogenbrücke zu einer hölzernen Zugbrücke nach Vauban-Bauart, bevor diese später durch eine feste Steinbrücke ersetzt wurde.

Architektur und Heraldik

Das Mdina Gate wurde im Stil des Hochbarock entworfen und aus lokalem Globigerinen-Kalkstein errichtet, jenem Gestein, das das Sonnenlicht in einem unverwechselbaren Goldton reflektiert. Das Außenportal wird von Doppelpilastern eingerahmt und ist reich geschmückt: gemeißelte Waffentrophäen, Wappenschilde von Großmeister Vilhena und der Stadt Mdina sowie eine lateinische Widmungsinschrift aus dem Jahr 1724.

Zu Fuß überquerst du eine Steinbrücke über den tiefen Trockengraben, der heute als öffentlicher Park angelegt ist. Auf den Brüstungen halten steinerne Wappenlöwen Wache und geleiten dich auf den wuchtigen Mittelbogen des Tors zu.

Die Innenfassade und der sensorische Übergang

Der Schritt unter das tiefe Mauerwerk des Torhauses gleicht einer akustischen Schleuse. Die steinerne Passage dämpft den Verkehrslärm aus Rabat schlagartig und entlässt dich in die hallende Stille der Gassen Mdinas, wo Autos und Motorräder streng auf Anwohner und Sondergenehmigungen beschränkt sind.

Sobald du das Tor durchschritten hast, zeigt die rückwärtige Innenfassade die Reliefs der drei Schutzheiligen Maltas: der heilige Publius, die heilige Agatha und der heilige Paulus. Jeder von ihnen hält einen Märtyrerpalmenzweig in der Hand und wacht über alle, die das Portal passieren.

Popkultur und modernes Erbe

Neben seiner architektonischen Bedeutung nimmt das Mdina Gate auch einen besonderen Platz in der Währungsgeschichte und Popkultur Maltas ein. Bevor das Land 2008 den Euro einführte, war das Tor zusammen mit dem angrenzenden Torre dello Standardo auf der maltesischen Fünf-Lira-Banknote abgebildet.

Internationale Bekanntheit erlangte das Tor auch als Filmkulisse, vor allem als Stadttor von Königsmund (King's Landing) in Staffel 1, Folge 3 von Game of Thrones. Heute ist das Bauwerk ein frei zugänglicher Fußweg, der Besuchern rund um die Uhr kostenlos offensteht.

FAQ

Wer hat das Mdina Gate entworfen und wann wurde es erbaut?

Das Mdina Gate wurde vom französischen Militärarchitekten Charles François de Mondion im Stil des Hochbarock entworfen und 1724 unter Großmeister António Manoel de Vilhena vollendet.

Welche Reliefs sind auf der Rückseite des Torhauses zu sehen?

Die rückwärtige Innenfassade zeigt Reliefs der drei Schutzheiligen Maltas: des heiligen Publius, der heiligen Agatha und des heiligen Paulus. Jede Figur hält einen Märtyrerpalmenzweig in der Hand.

Diente das Mdina Gate als Filmkulisse?

Ja, das Mdina Gate und seine Steinbrücke dienten in Staffel 1, Folge 3 der Fernsehserie Game of Thrones als Drehort für das Tor nach Königsmund (King's Landing).

Braucht man ein Ticket, um das Mdina Gate zu passieren?

Nein, das Mdina Gate ist ein offenes öffentliches Monument mit Fußgängerbrücke, das rund um die Uhr kostenlos zugänglich ist.

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