Palazzo Vilhena: Mdinas barockes Meisterwerk - Mdina
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Ziel

Palazzo Vilhena: Mdinas barockes Meisterwerk

Mdina, Malta

Französischer Barock am Stadttor von Mdina

Der Vilhena-Palast, auch bekannt als Palazzo Vilhena oder großmeisterlicher Palast, empfängt dich gleich hinter dem Haupttor von Mdina am St.-Publius-Platz. Um 1724 in Auftrag gegeben und zwischen 1726 und 1728 vollendet, entstand die Residenz für António Manoel de Vilhena, den portugiesischen Großmeister des Johanniterordens.

Entworfen hat das Ensemble der französische Militäringenieur und Architekt Charles François de Mondion. Während im damaligen Valletta vor allem der italienische Barock den Ton angab, brachte Mondion feinsten Pariser Chic auf die Insel. Hinter der pompösen Fassade samt Wappenportal des Großmeisters öffnet sich ein geschlossener Innenhof, gesäumt von klassischen Pilastern und warmen Mauern aus Globigerinen-Kalkstein.

Vom mittelalterlichen Stadtrat zur Herrschaft des Ordens

Der Palastbau war Teil einer groß angelegten Runderneuerung nach dem verheerenden Erdbeben von 1693 auf Sizilien, das auch Mdina schwer zugesetzt hatte. Großmeister Vilhena wollte die uralte Festungsstadt wachküssen und in eine glänzende Barockperle verwandeln.

Und dafür ging er buchstäblich über die Geschichte hinweg: Der Palast entstand exakt dort, wo einst die mittelalterliche Università stand, der stolze Verwaltungssitz des örtlichen Stadtrats. Das angestammte Hauptquartier abzureißen und durch eine mächtige Residenz zu ersetzen, war eine unmissverständliche Machtdemonstration des Ordens gegenüber dem maltesischen Adel. Das Bauwerk diente fortan nicht nur als offizielle Residenz des Großmeisters in der alten Hauptstadt, sondern als Palazzo Pretorio auch gleich als oberster Gerichtshof.

Vom britischen Lazarett zum Museum

Unter britischer Herrschaft im 19. und 20. Jahrhundert wandelte sich der Prunkbau mehrfach zum Zwecklazarett. 1837 diente er als Cholerakrankenhaus, ab 1860 als britisches Militärsanatorium. Danach zog das Connaught Hospital ein, eine Heilstätte für Tuberkulosekranke, bis im Januar 1956 endgültig die Pforten schlossen.

Nachdem Bombentreffer im Zweiten Weltkrieg dem Gebäude zugesetzt hatten, wurde es aufwendig restauriert. Am 22. Juni 1973 folgte die feierliche Wiedereröffnung als Maltas Nationales Naturkundemuseum. Verwaltet von Heritage Malta, beherbergt es heute Sammlungen zu Geologie, Paläontologie und Biologie, vollgepackt mit Mineralien, Fossilien und Präparaten der regionalen Tier- und Pflanzenwelt. In den Prunksälen und im Innenhof finden zudem regelmäßig Wechselausstellungen und Kulturveranstaltungen statt.

Architektonische Kuriositäten und der Mondsteinraub von 2004

Spuren der juristischen Vergangenheit haben sich tief in den Grundmauern festgesetzt: Im Untergrund sind noch immer die Arrestzellen des alten Gerichts erhalten. An der Außenfassade mit Blick zum Xara Palace fällt ein Steinrelief der Justitia ins Auge, allerdings ohne die gewohnte Augenbinde. Die Botschaft der damaligen Richter: Uns entgeht gar nichts, wir sehen und wissen alles.

Doch der Palazzo Vilhena wurde selbst Schauplatz eines echten Kriminalfalls. Am 18. Mai 2004 spazierten Diebe ins Museum und ließen aus einer Vitrine ein Mondgestein der Apollo-17-Mission mitgehen. Das Stück Weltraumgeschichte, ein Geschenk der USA an das maltesische Volk mit einem Schätzwert von rund fünf Millionen Dollar, ist bis heute spurlos verschwunden.

FAQ

Wofür wird der Palazzo Vilhena heute genutzt?

Der Palast beherbergt Maltas Nationales Naturkundemuseum unter der Leitung von Heritage Malta. Es zeigt biologische und geologische Exponate wie Fossilien, Mineralien und Präparate der regionalen Tierwelt.

Wer gab den Palazzo Vilhena in Auftrag und wer hat ihn entworfen?

Der Palast wurde um 1724 von Großmeister António Manoel de Vilhena in Auftrag gegeben und vom französischen Architekten und Militäringenieur Charles François de Mondion im Stil des französischen Barocks entworfen.

Welcher spektakuläre Diebstahl ereignete sich im Palast?

Am 18. Mai 2004 wurde ein Mondgestein der Apollo-17-Mission im Wert von rund fünf Millionen Dollar aus einer Vitrine im Palastmuseum gestohlen. Es fehlt bis heute jede Spur davon.

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