
Bastionsplatz (Pjazza tas-Sur): Mdina-Panorama
Das Panorama-Belvedere von Mdina
Der Bastionsplatz, auf Maltesisch Pjazza tas-Sur, ist eine offene, gepflasterte Aussichtsterrasse mit Brustwehr am nördlichsten Rand der Wehrmauern von Mdina. Genau dort, wo die Hauptader Triq Villegaignon auf die äußere Festungsmauer stößt, bildet der Platz den natürlichen Schlusspunkt der Nord-Süd-Achse, die ihren Anfang am Haupttor nimmt.
Der Schritt aus den schattigen, hoch ummauerten Gassen von Mdina hinaus auf die Terrasse ist ein spürbarer Sinneswechsel. Die Enge der Steinstraßen weicht augenblicklich einem weiten Himmel, einer steten Brise und einem ungetrübten 180-Grad-Blick weit über die Ebenen in Zentral- und Nordmalta.
Strategischer Wandel: von der Zitadelle zur Terrasse
Bereits die Herrscher der Antike und des Mittelalters wählten das markante Plateau im Landesinneren wegen seiner Höhe, bot es doch hervorragende Sichtachsen gegen Angreifer von See. Nach der Eroberung durch die Aghlabiden im Jahr 870 n. Chr. schrumpfte das weitläufige antike römische Melite auf eine leichter zu verteidigende Zitadelle zusammen. Genau dadurch entstand jene nördliche Begrenzung, auf der sich heute der Bastionsplatz befindet.
Zwischen dem 16. und dem frühen 18. Jahrhundert baute der Johanniterorden die darunterliegenden nördlichen Wehrmauern systematisch aus, um sie gegen moderne Schwarzpulver-Artillerie zu wappnen. Als sich die militärischen Prioritäten im Laufe der Zeit in Richtung der Küstenfestungen und des Grand Harbour rund um Valletta verlagerten, verlor Mdina an wehrhafter Bedeutung. Die einstige Geschützplattform wandelte sich allmählich in einen ruhigen Aussichtspunkt und eine sonnige Flaniermeile.
Architektur und Handwerkskunst
Gesäumt wird der Platz von historischen Anwesen aus lokalem Globigerinen-Kalkstein. Das auffälligste Gebäude ist die Casa del Tesoriere, das Haus des Schatzmeisters, ein frei stehender Palazzo mit gut 500 Jahren Geschichte auf den Grundmauern. Kräftig rote Holzfensterläden, ein altes Steinportal und ein ummauerter Garten heben sich markant von dem verwitterten, gelblichen Kalkstein ab.
Heute verbergen sich hinter den Fassaden rund um den Platz private Wohnungen und kleine Kunsthandwerksläden. Hier findest du traditionelle maltesische Handarbeiten, allen voran handgeklöppelte Spitze (bizzilla) und lokales Kunstglas.
Wahrzeichen der Insel und ferne Horizonte
Von der Brüstung aus kannst du die wichtigsten Wahrzeichen der Insel mit den Augen abtasten. Das Panorama reicht von der gewaltigen Kuppel der Rotunde von Mosta über das Gelände des ehemaligen Flugplatzes aus dem Zweiten Weltkrieg in Ta' Qali bis zu den fernen Küstensilhouetten von Sliema und Valletta.
Die Einheimischen schwören zudem darauf, dass man bei außergewöhnlichem Wetter, genauer gesagt an seltenen, glasklaren Wintermorgen mit fast staubfreier Luft, am Nordhorizont die schneebedeckte Kuppe des Ätna auf Sizilien erahnen kann, mehr als 200 Kilometer weit entfernt.
FAQ
Wo befindet sich der Bastionsplatz in Mdina?
Der Bastionsplatz, maltesisch Pjazza tas-Sur, liegt am nördlichsten Punkt der Festungsmauern von Mdina, genau dort, wo die Triq Villegaignon auf die äußere Wehrmauer trifft.
Welche Wahrzeichen sind vom Bastionsplatz aus zu sehen?
Von diesem erhöhten Aussichtspunkt blickst du auf die Rotunde von Mosta, das ehemalige Flugfeld aus dem Zweiten Weltkrieg in Ta' Qali sowie die fernen Küstensilhouetten von Sliema und Valletta.
Was ist die Casa del Tesoriere?
Die Casa del Tesoriere (das Haus des Schatzmeisters) ist ein rund 500 Jahre alter Palazzo am Platz, bekannt für seine Fassade aus Globigerinen-Kalkstein, leuchtend rote Holzfensterläden, ein altes Steinportal und einen ummauerten Garten.




