Belgrader Tor: Petrovaradins barocker Zugang - Novi-sad
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Belgrader Tor: Petrovaradins barocker Zugang

Novi-sad, Serbia

Das Belgrader Tor ist ein zehn Meter hohes Barockportal, an dem das Zeitalter Österreich-Ungarns in Novi Sad sein offizielles Ende fand. Als zentraler Orientierungspunkt auf der klassischen Route verbindet es das Stadtzentrum von Novi Sad über die Donau hinweg mit der historischen Unterstadt (Gradić) und den oberen Wällen der Festung Petrovaradin.

Ein imposantes Barockportal

Das Belgrader Tor liegt zwischen den Basteien Sankt Ernst und Sankt Ignatius und wurde 1753 unter der österreichischen Habsburgerverwaltung errichtet. Während sich die umliegenden Festungswälle strikt an das starre Vauban-System der Militärarchitektur hielten, gestattete man den Baumeistern bei der Gestaltung der Tore künstlerische Freiheit. Das Ergebnis ist ein eindrucksvoller barock-klassizistischer Militärstil mit dekorativen Säulen, gerahmten Fenstern und gemeißelten Wappen.

Das zehn Meter hohe Bauwerk umfasst vier Torbögen. Durch die zwei mittleren Spuren rollt der Verkehr, während die beiden äußeren Durchgänge für Fußgänger reserviert sind. Verkehrslärm und Schritte hallen ununterbrochen von den gemauerten Backsteingewölben des Durchgangs wider. Eine architektonische Besonderheit ist die Asymmetrie des Tors: Die dem Ort zugewandte Innenfassade misst satte 40 Meter, doppelt so viel wie die 20 Meter breite Außenfassade. Diese wuchtige Innenwand verbirgt in ihrem Inneren vier eingebaute Wachposten und gewölbte Seitenkammern. Sechs Ziersäulen schmücken die Außenfassade, acht weitere die Innenseite.

Wehrhafte Ursprünge und historische Wendepunkte

Ursprünglich sollte das Tor den südlichen Zugang zur Unterstadt von Petrovaradin sichern, entlang der wichtigsten Handels- und Militärroute Richtung Sremski Karlovci und Belgrad.

Am 9. November 1918 wurde das Belgrader Tor schließlich Schauplatz einer historischen Wende: Die serbische Armee unter der Führung von Major Vojislav Bugarski zog durch genau dieses Portal nach Petrovaradin und Novi Sad ein. Das bedeutete das offizielle Ende der österreichisch-ungarischen Herrschaft in der Region. Eine Gedenktafel in der Nähe des Tors erinnert seit 1938 an dieses Ereignis.

Ein berüchtigtes Militärgefängnis

In einem Nachbargebäude befand sich einst die Zentrale Strafanstalt des Militärgerichts des Slawonischen Generalkommandos. Im Laufe der Jahre saßen hier einige prominente historische Persönlichkeiten hinter Gittern. Zu den Insassen gehörten Josip Broz Tito, der Sozialist Vasa Pelagić, der Schriftsteller Antun Gustav Matoš, der bulgarische Autor Ljuben Karavelov, der Politiker Jaša Tomić und Admiral Matija Zmajević.

Moderne Restaurierung und lebendiger Alltag

Im Zweiten Weltkrieg zerstörten die Besatzungstruppen 1941 das in die Außenfassade gemeißelte Wappen von Novi Sad. Im Jahr 2015 wurde das Tor jedoch für 35 Millionen Dinar aufwendig restauriert. Dabei wurde das Bauwerk stabilisiert, das Mauerwerk und der Putz saniert und das städtische Wappen über der mittleren Durchfahrt wiederhergestellt.

Heute dient das Belgrader Tor noch immer als belebter Durchgang. Fahrzeuge und Fußgänger gelangen hier tagtäglich in die historischen Kopfsteinpflastergassen der Unterstadt von Petrovaradin.

FAQ

Wann wurde das Belgrader Tor gebaut?

Das Belgrader Tor wurde 1753 unter der österreichischen Habsburgerverwaltung erbaut, um den südlichen Zugang zur Unterstadt von Petrovaradin zu sichern.

In welchem Architekturstil ist das Belgrader Tor gebaut?

Es wurde in einem barock-klassizistischen Militärstil entworfen. Während die Festung dem strengen Vauban-System folgte, ließ man den Erbauern bei den Toren künstlerische Freiheit. Das zeigt sich an verzierten Details wie den dekorativen Säulen.

Wer war in der Nähe des Belgrader Tors inhaftiert?

Ein Nachbargebäude diente als Militärgefängnis, in dem prominente historische Persönlichkeiten wie Josip Broz Tito, Vasa Pelagić, Antun Gustav Matoš und Admiral Matija Zmajević einsaßen.

Wurde das Belgrader Tor restauriert?

Ja, das Tor wurde bis 2015 für 35 Millionen Dinar restauriert, um die Struktur zu stabilisieren, das Mauerwerk zu reparieren und das 1941 zerstörte Stadtwappen wiederherzustellen.

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