Synagoge von Novi Sad: Jugendstil-Architektur - Novi-sad
© Wikimedia Commons | CC-BY-SA
Ziel

Synagoge von Novi Sad: Jugendstil-Architektur

Novi-sad, Serbia

In der Jevrejska-Straße, nur wenige Schritte von der Fußgängerzone der Altstadt entfernt, zieht die aufragende gelbe Klinkerfassade der Synagoge von Novi Sad sofort die Blicke auf sich. Schon seit dem 18. Jahrhundert schlägt hier das Herz der örtlichen jüdischen Gemeinde. Heute steht dieses „Kulturdenkmal von überragender Bedeutung“ stolz da, sowohl als historisches Wahrzeichen als auch als lebendiger Ort für kulturelle Veranstaltungen.

Architektonische Pracht

Entworfen von dem renommierten ungarischen Architekten Lipót Baumhorn, wurde die Synagoge zwischen 1905 und 1909 erbaut. Das Bauwerk ist ein Meisterwerk des ungarischen Sezessionsstils und des Jugendstils. Seine markante Äußeres besticht durch reich verzierte Details, Rundfenster, zwei schlanke Ecktürme und eine Fassade aus charakteristischen gelben Klinkerziegeln.

Direkt über dem halbkreisförmigen Bogen des Haupteingangs prangt eine hebräische Inschrift aus dem Buch Jesaja: „Denn mein Haus wird ein Bethaus für alle Völker genannt werden.“

Ein Erbe der Widerstandskraft

Das heutige Gebäude ist tatsächlich schon die fünfte Synagoge an genau dieser Stelle. Sie wurde errichtet, um der wachsenden neologen jüdischen Gemeinde Platz zu bieten, nachdem frühere Bauten zu klein geworden oder zerstört worden waren, darunter auch ein Gotteshaus, das 1849 dem Bombardement von Novi Sad zum Opfer fiel.

Ursprünglich war die Synagoge das Herzstück eines ganzen Komplexes, flankiert von den Verwaltungsgebäuden der Gemeinde und einer Grundschule. Heute befindet sich im ehemaligen Schulgebäude eine weiterführende Ballettschule. Bei umfangreichen Restaurierungsarbeiten zwischen 1985 und 1991 kam ein Fundstück ans Licht, das den heutigen Bau direkt mit seinen Wurzeln verbindet: eine steinerne Gebotstafel der Zehn Gebote aus einer Vorgängersynagoge des 18. Jahrhunderts, die einst auf demselben Grundstück stand.

Tragödie und Wandel

Im April 1944 nutzten die ungarischen Besatzungstruppen die riesige Synagogenhalle als Internierungslager, um die jüdische Bevölkerung der Stadt vor ihrer Deportation in die Vernichtungslager zusammenzutreiben. Die örtliche jüdische Gemeinde wurde durch den Holocaust fast völlig ausgelöscht, weshalb die regelmäßige Nutzung als Gotteshaus 1966 endete.

Ein grandioser Konzertsaal

Nach Renovierungsarbeiten Ende der 1980er-Jahre verpachtete die jüdische Gemeinde das Gebäude an die Stadt Novi Sad. Heute dient die Synagoge als herausragender städtischer Konzertsaal für klassische Musik, Chorauftritte und Festivals.

Der eindrucksvolle dreischiffige Basilikaraum unter einer majestätischen, 40 Meter hohen Zentralkuppel sorgt für eine hervorragende Akustik, die musikalische Darbietungen wunderbar zur Geltung bringt. Trotz ihrer hauptsächlichen Nutzung als Kulturstätte bleibt die Halle an den hohen jüdischen Feiertagen und bei Gedenkfeiern exklusiv der örtlichen Gemeinde vorbehalten.

FAQ

Wann wurde die Synagoge von Novi Sad erbaut?

Sie wurde zwischen 1905 und 1909 erbaut und im Jahr 1909 offiziell eingeweiht.

In welchem Architekturstil wurde die Synagoge von Novi Sad erbaut?

Die Synagoge wurde vom ungarischen Architekten Lipót Baumhorn im Stil der ungarischen Sezession und des Jugendstils entworfen.

Wird die Synagoge von Novi Sad noch für Gottesdienste genutzt?

Ja. Obwohl sie in erster Linie als städtischer Konzertsaal dient, steht sie der örtlichen jüdischen Gemeinde an den hohen Feiertagen und bei Gedenkfeiern zur Verfügung.

Was geschah mit der ehemaligen jüdischen Grundschule neben der Synagoge?

Das Nachbargebäude, das ursprünglich als jüdische Grundschule errichtet wurde, beherbergt heute eine weiterführende Ballettschule.

More places in Novi-sad