Orthodoxer Bischofspalast: Historisches Wahrzeichen von Novi Sad - Novi-sad
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Orthodoxer Bischofspalast: Historisches Wahrzeichen von Novi Sad

Novi-sad, Serbia

Ein markanter Backsteinpalast bildet den krönenden Abschluss der Fußgängerzone von Novi Sad. Hinter seinen roten Mauern verbergen sich eine Geschichte voller Kanonendonner und ein Architekt, der im Verborgenen blieb. Genau an der Kreuzung von Zmaj-Jovina- und Dunavska-Straße setzt der Orthodoxe Bischofspalast als geografischer Dreh- und Angelpunkt einen klaren Akzent zwischen dem Freiheitsplatz und dem Parkgelände an der Donau.

Architektonische Glanzleistung und ein heimlicher Baumeister

Der heutige Orthodoxe Bischofspalast wurde 1899 vom Architekten Vladimir Nikolić entworfen und 1901 fertiggestellt. Doch bei der Geschichte gibt es eine überraschende Wendung: Nikolić verzichtete darauf, seine Baupläne offiziell zu unterzeichnen. Als Patenkind des Patriarchen Georgije Branković wollte er dem Vorwurf der Günstlingswirtschaft entgehen. Stattdessen setzte der Architekt Ferenc Raichle seine Unterschrift unter die Dokumente.

Das Gebäude präsentiert sich in einem ektlektischen serbisch-byzantinischen Stil, der byzantinische, pseudo-maurische und mittelalterliche serbische Architekturelemente vereint. Der tiefe Rotton der Backsteinfassade trifft auf gelbe Dekorfliesen und steinerne Fenstereinfassungen. Das sorgt für einen spektakulären optischen Schlusspunkt am Ende der gepflasterten Flaniermeile Zmaj Jovina.

Byzantinische und maurische Einflüsse

Die Fassade besticht durch Bogenfenster, sogenannte Biforien und Triforien, die direkt der mittelalterlichen serbischen Klosterarchitektur nachempfunden sind, inspiriert insbesondere vom Kloster Studenica aus dem 12. Jahrhundert. Zudem schmücken pseudo-maurische Plastiken des Bildhauers Julije Anika das Bauwerk.

Drei Wappen der Eparchie Bačka zieren die Fassade. Das Wappen an der Hauptfront wurde 1803 von dem Handwerker Aksentije Marković aus Novi Sad gemeißelt. Es ist ein rares historisches Überbleibsel, das vor der Zerstörung des vorherigen Palastes gerettet werden konnte.

Von der Zerstörung zur königlichen Proklamation

Der ursprüngliche Bischofspalast wurde 1741 von Bischof Visarion Pavlović an dieser Stelle errichtet. Im Juni 1849 wurde er jedoch vollständig zerstört, als ungarische Truppen während des Aufstands von 1848/1849 Novi Sad von der Festung Petrovaradin aus unter Beschuss nahmen. Nach Jahrzehnten ohne festen Bischofssitz veranlasste Bischof Mitrofan Šević schließlich den Bau des heutigen Palastes.

Kaum fertiggestellt, wurde der Palast Schauplatz eines historischen Meilensteins: 1919 hielt Kronprinz-Regent Aleksandar Karađorđević vom Balkon des Gebäudes eine Rede an das Volk, nachdem das Banat, die Bačka und die Baranja mit dem Königreich Serbien vereinigt worden waren.

Heutige Nutzung und Denkmäler der Umgebung

Heute dient der Palast als Verwaltungssitz und offizielle Residenz des Bischofs der Eparchie Bačka der Serbisch-Orthodoxen Kirche. Zusammen mit der direkt dahinter liegenden Georgskathedrale bildet er ein stimmiges architektonisches Ensemble. Zwar bleibt das Innere ohne vorherige Genehmigung der Kirchenbehörden für Touristen verschlossen, doch die detailreiche Fassade und der offene Innenhof lassen sich hervorragend von der Straße aus bewundern.

Direkt vor dem Palast steht eine 2,30 Meter hohe Bronzestatue des Dichters und Arztes Jovan Jovanović Zmaj. Das 1984 vom Belgrader Bildhauer Dragan Nikolić geschaffene Denkmal zeigt den Dichter beim Spaziergang, genau auf der Straße, auf der er zu seinen Lebzeiten in Novi Sad täglich seine Runden drehte.

FAQ

Kann man den Orthodoxen Bischofspalast von innen besichtigen?

Das Innere ist für normale Touristen derzeit nicht zugänglich, da das Gebäude als aktiver Verwaltungssitz und Residenz des Bischofs der Eparchie Bačka dient. Ein Zutritt ist nur mit vorheriger Genehmigung der Kirchenbehörden möglich.

Wer hat den Orthodoxen Bischofspalast in Novi Sad entworfen?

Der Palast wurde 1899 vom Architekten Vladimir Nikolić entworfen. Um jedoch wegen seiner engen Verbindung zu Patriarch Georgije Branković Vorwürfe der Günstlingswirtschaft zu vermeiden, unterzeichnete der Architekt Ferenc Raichle offiziell die Pläne.

Was geschah mit dem ursprünglichen Bischofspalast?

Der ursprüngliche Palast aus dem Jahr 1741 wurde im Juni 1849 vollständig zerstört, als ungarische Truppen während des Aufstands von 1848/1849 Novi Sad von der Festung Petrovaradin aus bombardierten.

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