
Uhrturm von Petrovaradin: Das historische Wahrzeichen von Novi Sad
Entdecke eine barocke Festungsuhr, bei der der lange Zeiger die Stunde anzeigt, entworfen, damit Schiffer und Soldaten die Zeit schon unten von der Donau aus ablesen konnten. Der Uhrturm von Petrovaradin thront prominent auf der Ludwig-Bastion und ist das bekannteste Wahrzeichen von Novi Sad. Er verbindet die historische Unterstadt und den Festungskomplex optisch mit dem Stadtzentrum auf der anderen Flussseite.
Ein Zeitmesser für die Distanz
Errichtet um 1750 anstelle eines älteren Bauwerks, fällt der barocke Turm durch seine vier schwarzen Zifferblätter auf, die jeweils über zwei Meter messen. Sein verblüffendstes Detail sind die vertauschten Zeiger. Der lange Zeiger zeigt die Stunden an, der kurze die Minuten.
Dieses ungewöhnliche Design verdanken wir der österreichischen Habsburger Monarchie, die die umliegende Festung Petrovaradin zwischen 1692 und 1780 erbaute. Der große Stundenzeiger sorgte dafür, dass Donauschiffer, Fischer und Wachen auf den weit entfernten Posten die vollen Stunden mühelos aus der Ferne ablesen konnten. Früher zahlten die Einwohner sogar eine eigene „Uhrensteuer“, um den Unterhalt dieses unentbehrlichen Zeitmessers zu finanzieren.
Die betrunkene Uhr von Novi Sad
Die Einheimischen nennen ihr Wahrzeichen liebevoll die „Betrunkene Uhr“ („Pijani sat“). Dieser Spitzname kommt nicht von ungefähr, denn das Uhrwerk reagiert extrem empfindlich auf das Wetter. Bei Kälte hinkt die Uhr ein paar Minuten hinterher, bei Sommerhitze rennt sie davon.
Trotz dieser wetterbedingten Launen ist das originale Pendeluhrwerk mit Gewichtsantrieb noch immer ununterbrochen in Betrieb. Fast 250 Jahre lang kümmerte sich das Militär um die Uhr, bis die Festung 1952 in zivile Hände überging. Heute zieht ein eigens bestellter Uhrenwart das antike Werk jeden einzelnen Tag von Hand auf. Wenn du nahe genug herantrittst, hörst du das rhythmische Ticken und die Glocke, die pünktlich zur vollen Stunde schlägt.
Das Gibraltar an der Donau
Der Uhrturm steht im Herzen der gewaltigen Festung Petrovaradin, die wegen ihrer strategischen Lage auf den Felsen und ihrer schieren Größe einst „Gibraltar an der Donau“ genannt wurde. Einer lokalen Legende nach bedeutet der Name Petrovaradin übrigens „Stadt auf dem Felsen, stark wie der Glaube“.
Wirf mal einen genauen Blick auf die Spitze der Turmstange. Statt einer üblichen militärischen Speerspitze tragen Wetterfahne und Kompass ein Herzmotiv, eine überraschend romantische Note für eine so martialische Festung.
Ein Ort mit Aussicht und Geschichte
Heute ist der Uhrturm von Petrovaradin frei zugänglich. Er bietet den besten Panoramablick auf Novi Sad, weit über die Donau, das rote Dächermeer der Stadt und die imposanten Brücken.
Der Turm bleibt eine majestätische Kulisse für Flaneure wie für Großevents, allen voran das legendäre EXIT-Festival, das jedes Jahr auf dem Festungsgelände steigt.
FAQ
Warum sind die Zeiger am Uhrturm von Petrovaradin vertauscht?
Der lange Zeiger zeigt die Stunden an und der kurze die Minuten. Das wurde so entworfen, damit Schiffer, Fischer auf der Donau und weit entfernte Festungswachen die Stunde schon aus großer Distanz ablesen konnten.
Warum wird der Uhrturm von Petrovaradin auch Betrunkene Uhr genannt?
Die Einheimischen nennen sie „Betrunkene Uhr“ („Pijani sat“), weil das antike Uhrwerk wetterempfindlich ist. Bei Kälte geht die Uhr meist nach, bei Hitze vor.
Wie wird die Uhr von Petrovaradin angetrieben?
Die Uhr nutzt noch immer ihr originales Pendeluhrwerk mit Gewichtsantrieb. Ein Uhrenwart zieht sie täglich von Hand auf, damit sie weiter tickt und zur vollen Stunde schlägt.



