
Balcó del Mediterrani: Tarragonas Balkon zum Meer
Ein Tor zum Meer hoch über den Klippen
Am südöstlichen Ende der Rambla Nova im spanischen Tarragona thront der Balcó del Mediterrani, einer der bekanntesten Aussichtspunkte der Stadt. Rund 23 Meter ragt die Klippe empor und bringt dich auf etwa 40 Meter über den Meeresspiegel. Die Flaniermeile ist offiziell als lokales Kulturgut (Bé Cultural d'Interès Local) ausgewiesen und eröffnet das ganze Jahr über einen freien Blick auf die Mittelmeerküste.
Die Stadterweiterung im 19. Jahrhundert und das ikonische Geländer
Bevor die Terrasse offiziell angelegt wurde, zog sich entlang des Passeig de les Palmeres bloß eine schlichte Steinmauer. Sie trennte die Klippenkante von den Feldern und der Küste darunter. Seine heutige Gestalt erhielt der Aussichtspunkt während Tarragonas Stadterweiterung im späten 19. Jahrhundert, als man die Rambla Nova geradewegs bis ans Meer verlängerte.
Der architektonische Star des Aussichtspunkts ist zweifellos das geschwungene Schmiedeeisengeländer (barana). 1889 vom Architekten Ramon Salas i Ricomà entworfen und vom Kunstschmied Joan Miquel Guinart gefertigt, wurde es zwischen 1889 und 1891 montiert. Lokale Chronisten führen den Namen „Balcó del Mediterrani“ auf eine Beschreibung von Emilio Castelar bei einem Besuch im Jahr 1863 zurück, Jahre bevor er Präsident der Ersten Spanischen Republik wurde.
Der Steinbruch Pons d'Icart und das Küstenpanorama
Der markante Abgrund unter der Plattform hat eine bewegte Geschichte. Über Jahrhunderte hinweg grub sich der Steinbruch Pons d'Icart in den Fels. Im 19. Jahrhundert schufteten hier vor allem Sträflinge, um Steine für die Molen des Hafens von Tarragona zu brechen. Zurück blieb die spektakuläre Felskante, die man heute sieht.
Vom Geländer aus eröffnet sich dir ein weiter Blick über den Platja del Miracle, den Hafen von Tarragona, die Küstenbahn und das antike römische Amphitheater. Dazu das Rauschen der Wellen, die unten an den Strand rollen, und das kühle, vom Wetter gezeichnete Schmiedeeisen unter deinen Händen.
Die Tradition des „tocar ferro“ und das historische Erbe
Der Balcó del Mediterrani bildet ein Scharnier zwischen zwei Epochen Tarragonas. Er verbindet das schachbrettartige Straßennetz der Rambla Nova aus dem 19. Jahrhundert mit dem antiken römischen Erbe unterhalb des Passeig de les Palmeres. Die Plattform liegt direkt hinter dem 1889 errichteten Bronzedenkmal für den mittelalterlichen Admiral Roger de Llúria.
Im Lauf der Jahrzehnte hat sich hier zudem ein fest verwurzeltes Ritual etabliert: das sogenannte tocar ferro (Eisen berühren). Wer bis ans Ende der Rambla Nova spaziert, legt der Tradition nach eine Hand auf Salas i Ricomàs Eisengeländer. Das soll Glück bringen und markiert den perfekten Abschluss des Stadtspaziergangs.
FAQ
Was hat es mit der Tradition des „tocar ferro“ am Balcó del Mediterrani auf sich?
Der lokale Brauch des „tocar ferro“ (Eisen berühren) besagt, dass man am Ende der Rambla Nova das Schmiedeeisengeländer von 1889 berühren soll, um sich Glück zu sichern.
Wer hat das Schmiedeeisengeländer am Balcó del Mediterrani entworfen?
Das geschwungene Eisengeländer wurde 1889 vom Architekten Ramon Salas i Ricomà entworfen, von Joan Miquel Guinart geschmiedet und zwischen 1889 und 1891 montiert.
Wie entstand die Klippe unter dem Balcó del Mediterrani?
Der steile Abgrund unter dem Balkon entstand zum Teil durch den Steinbruch Pons d'Icart. Hier wurde über Jahrhunderte hinweg Gestein abgebaut, im 19. Jahrhundert vor allem durch Sträflinge, die Steine für die Hafenmolen brachen.
Welche Sehenswürdigkeiten sind vom Balcó del Mediterrani aus zu sehen?
Die Plattform bietet einen Panoramablick auf den Platja del Miracle, den Hafen von Tarragona, die Bahnstrecke und das römische Amphitheater.




