Guide zum Augustinerbrunnen: Basels Basiliskenbrunnen - Basel
© M.Strīķis | CC BY-SA 3.0
Ziel

Guide zum Augustinerbrunnen: Basels Basiliskenbrunnen

Basel, Switzerland

Ein ehrwürdiges Wappentier bewacht den feierlichen Aufstieg vom Rhein hinauf zum Münster. Es hat Jahrhunderte des Wandels überdauert und obendrein die unliebsame Begegnung mit einem modernen Lieferwagen. An der Ecke Augustinergasse und Rheinsprung fügt sich der Augustinerbrunnen in die historische Kulisse der Stadt ein. Seit 1915 steht er unter Denkmalschutz und ist bis heute ein lebendiger Teil der städtischen Infrastruktur in Großbasel.

Renaissance-Gestaltung und ein mythischer Wächter

Der Augustinerbrunnen besteht aus einem rechteckigen Kalksteintrog und einer mehrstöckigen, kunstvoll verzierten Säule, dem sogenannten Brunnenstock. Dieser bildet einen markanten Kontrast zum Sandstein und Verputz der Altstadtgasse: Er ist in Caput mortuum gehalten, einem historischen, tiefen Rot mit violettem Schimmer, akzentuiert durch vergoldete Voluten und gemeißelte Putten.

Oben auf der Säule thront ein gemeißelter Basilisk, jenes Fabelwesen, halb Hahn, halb Schlange. Das Untier hält das Basler Wappen, den Baslerstab, und wacht als historischer Wappenschildhalter über die Stadt. Begleitet vom leisen Plätschern eines stetigen Wasserstrahls gehört er zu einem Netz aus über 170 öffentlichen Brunnen in Basel, die vor der Ära privater Wasserleitungen unverzichtbare Treffpunkte der Nachbarschaft waren.

Klösterliche Ursprünge und ein Umzug

Bereits 1441 wurde an diesem Ort ein Brunnen erwähnt. Ursprünglich war es ein einfacher Holztrog, gespeist über hölzerne Deicheln aus dem Münsterbrunnwerk. Benannt wurde er nach dem Kloster der Augustiner-Eremiten, das sich Ende des 13. Jahrhunderts auf dem Münsterhügel niedergelassen hatte. Zwischen 1530 und 1550, nach der Reformation, wich das Holz einem Steinbrunnen samt heraldischer Basilisken-Säule.

Einschneidende Veränderungen folgten 1846. Als das mittelalterliche Augustinerkloster dem Bau eines monumentalen Museums weichen musste, war der freistehende Brunnen plötzlich dem Verkehr im Weg, genau an der Kreuzung von Augustinergasse, Martinsgasse und Rheinsprung. Kurzerhand halbierte man ihn, baute ihn direkt an die Hauswand der Augustinergasse 1 und schloss ihn an das St.-Alban-Brunnwerk an.

Die Lkw-Kollision von 2005 und die Replik

Die originale Basilisken-Skulptur aus dem 16. Jahrhundert war bereits 1876 zum Schutz ins Historische Museum Basel gewandert. Eine Entscheidung, die sich als Glücksfall erweisen sollte: 2005 rammte ein Lieferwagen den Brunnen, zertrümmerte die Säule komplett und zerstörte die damalige Steinfigur.

Weil das Original aus dem 16. Jahrhundert wohlbehütet im Museum stand, konnten Steinbildhauer eine exakte Replik anfertigen und das Denkmal wieder aufbauen. Dank chemischer und mikroskopischer Untersuchungen der historischen Steinsäule aus dem Jahr 1986 gelang es den Restauratoren zudem, genau jene Renaissance-Farbgebung und Vergoldung nachzubilden, die heute an der Replik erstrahlt.

Heute plätschert der Augustinerbrunnen rund ums Jahr als Trinkwasserbrunnen. Er erfrischt Spaziergänger und Radfahrer mit kühlem, sauberem Quellwasser auf ihrem Weg durch die historische Gasse, die den einstigen Handelshafen am Rhein mit dem geistlichen Zentrum oben auf dem Münsterhügel verbindet.

FAQ

Kann man das Wasser aus dem Augustinerbrunnen trinken?

Ja, er dient das ganze Jahr über als öffentlicher Trinkbrunnen und spendet kühles, sauberes Quellwasser.

Welches Wesen thront auf dem Augustinerbrunnen?

Auf dem Brunnen thront ein gemeißelter Basilisk, ein Fabelwesen aus Hahn und Schlange. Er dient der Stadt Basel als historischer Wappenhalter und Schutzpatron.

Warum wurde der Augustinerbrunnen von seinem ursprünglichen Standort versetzt?

Nach dem Abriss des benachbarten Augustinerklosters im Jahr 1846 stand der freistehende Brunnen dem Verkehr im Weg. Daraufhin wurde er um die Hälfte verkleinert und direkt an die Wand der Augustinergasse 1 versetzt.

More places in Basel