
Barfüsserplatz: Ein Guide zu Basels historischem Platz
Von der Zuflucht für barfüßige Mönche bis zum gigantischen Salzdepot: Die Geschichte von Basels lebendigstem Knotenpunkt liegt direkt unter den modernen Tramgleisen. Von Einheimischen schlicht „Barfi“ genannt, ist der Barfüsserplatz quirliger Verkehrsknotenpunkt und der zentrale Orientierungsort zwischen dem Bahnhof SBB, dem Marktplatz und dem Münsterhügel. In einer natürlichen Senke des unterirdischen Birsigtals gelegen, trifft hier historische Architektur auf den bunten Trubel des Basler Alltags.
Mönchische Ursprünge und urbaner Wandel
Der Barfüsserplatz verdankt seinen Namen den Franziskanern, den Barfüßern, die 1231 nach Basel kamen. Im Jahr 1250 erhielten die Ordensbrüder ein Grundstück an der inneren Stadtmauer und am damals noch offenen Flussbett des Birsig, um ein Kloster zu errichten. Nach der Reformation von 1529 übernahm der Stadtrat die Anlage. Aus dem einstigen Klosterfriedhof entstand ein offener Platz, der sich rasch zu einem festen Bestandteil des Basler Stadtlebens entwickelte.
Im Lauf der Jahrhunderte wechselte das Areal immer wieder seine Bestimmung. Während die Hauptkirche bis 1794 als evangelisches Gotteshaus diente, wurden andere Teile des Komplexes zu Kornspeichern, Schulen, einem Spital und einer Irrenanstalt umfunktioniert.
Die Barfüsserkirche und ihre Museen
Beherrscht wird der Platz von der gotischen Barfüsserkirche, erbaut zwischen 1275 und 1309. Sie wurde auf einer Kiesschüttung rund zwei Meter höher errichtet als ihr Vorgängerbau aus den 1250er-Jahren. Archäologische Reste der ersten Kirche sind noch heute im Untergeschoss zu sehen. Zwischen 1799 und 1815, nach der Entweihung des Baus, diente der Innenraum als regionales Salzlager. In dieser Zeit sickerten schätzungsweise 300 Tonnen Salz in den Stein- und Kiesboden.
Als Basel 1888 den Zuschlag für das Schweizerische Landesmuseum an Zürich verlor, reagierte die Stadt prompt und baute die Barfüsserkirche zum eigenen historischen Museum um. Seit der Eröffnung im Jahr 1894 beherbergt das Historische Museum Basel bedeutende Schätze wie den Basler Münsterschatz und Fragmente des berühmten Basler Totentanzes. Direkt gegenüber befindet sich das Musikmuseum in einem umgebauten Untersuchungsgefängnis aus dem 19. Jahrhundert, wo historische Instrumente in ehemaligen Arrestzellen ausgestellt sind.
Drehscheibe für Verkehr und Festkultur
Heute ist der Barfüsserplatz die wichtigste Schnittstelle für Fußgänger und Trams zwischen der oberen und unteren Altstadt. Die Geräuschkulisse aus Straßencafés und Straßenmusik wird ständig vom Rattern, Glockengeläut und Kurvenquietschen der grünen Basler Trams untermalt, die die Gleiskreuzungen in alle Himmelsrichtungen passieren.
Doch der Platz ist weit mehr als nur ein Verkehrsknotenpunkt. Umrahmt von Kulturinstitutionen wie dem benachbarten Stadtcasino Basel pulsiert hier das öffentliche Leben: Der Barfüsserplatz ist regelmäßiger Schauplatz von Open-Air-Veranstaltungen, Standort der Basler Herbstmesse und Heimat des alljährlichen Weihnachtsmarkts.
FAQ
Wie kam der Barfüsserplatz zu seinem Namen?
Der Name Barfüsserplatz geht auf die Franziskanermönche zurück, die wegen ihres barfüßigen Auftretens im Volksmund „Barfüßer“ genannt wurden. Sie erhielten 1250 an dieser Stelle ein Grundstück, um ein Kloster zu gründen.
Was befindet sich heute in der Barfüsserkirche?
Seit 1894 dient die Barfüsserkirche als Hauptausstellungsgebäude des Historischen Museums Basel. Sie beherbergt bedeutende Kulturgüter wie den Basler Münsterschatz und Fragmente des Basler Totentanzes.
Wozu wurde die Barfüsserkirche genutzt, bevor sie zum Museum wurde?
Nach ihrer Zeit als katholisches Kloster und später bis 1794 als evangelisches Gotteshaus wurde die Kirche profaniert. Zwischen 1799 und 1815 diente sie als regionales Salzlager, wodurch rund 300 Tonnen Salz in den Boden einsickerten.



