Tinguely-Brunnen: Basels kinetische Schrottkunst - Basel
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Tinguely-Brunnen: Basels kinetische Schrottkunst

Basel, Switzerland

Erlebe ein mechanisches Schauspiel genau dort, wo einst Schauspieler auf der traditionsreichen Bühne der Stadt standen. Der Fasnachtsbrunnen, meist einfach Tinguely-Brunnen genannt, ist ein einzigartiges Werk kinetischer Kunst auf dem Theaterplatz im Zentrum von Basel. Entworfen und erbaut zwischen 1975 und 1977 vom renommierten Schweizer Kinetikkünstler Jean Tinguely, versammelt der Brunnen zehn bewegliche Eisenskulpturen in einem seichten, mit schwarzem Asphalt ausgekleideten Becken.

Eine Bühne für kinetische Kunst

Der Brunnen steht exakt auf dem Grundriss der einstigen Bühne des historischen Basler Stadttheaters, das 1975 abgerissen wurde, um Platz für einen Theaterneubau zu machen. Finanziert und der Stadt Basel geschenkt wurde das Werk von der Schweizer Handelsgenossenschaft Migros anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens.

Als Verbeugung vor der Theatergeschichte dieses Ortes baute Tinguely mehrere der Figuren aus geretteten Maschinenteilen und echtem Schrott der demontierten Bühne zusammen. Aus diesen wiederverwerteten Materialien schuf er eine endlose, skurrile Pantomime, einen Tanz in ewigem Dialog.

Die zehn mechanischen Darsteller

Der Tinguely-Brunnen wird von Niederspannungsmotoren und Niederdruckpumpen angetrieben. Sie befeuern eine eigenwillige Choreografie aus drehenden Rädern, wippenden Hebeln und schwingenden Schrottarmen, die weite Wasserbögen und feinen Sprühnebel durch die Luft werfen. Die ständige Geräuschkulisse lebt vom rhythmischen Klacken eiserner Zahnräder, quietschenden Gelenken und dem unablässigen Platschen, wenn die Wasserstrahlen auf das flache Becken treffen.

Jeder der zehn mechanischen Charaktere trägt einen eigenen Namen im Basler Dialekt. Zum Ensemble gehören dr Theaterkopf (der Theaterkopf), d'Spinne (die Spinne), dr Waggler (der Wackler), d'Fontääne (die Fontäne), dr Spritzer (der Spritzer), dr Suuser (der Sauser), dr Wäädel (der Wedel), dr Schuufler (der Schaufler), s'Seechter (das Sieb) und dr Querpfyffer (der Querpfeifer).

Eisskulpturen im Winter und Dauerbetrieb

Der Brunnen ist ein beliebter, frei zugänglicher Kunstort und pausenlos in Betrieb, nur unterbrochen von der routinemäßigen städtischen Reinigung am Mittwochmorgen. Anders als bei vielen Zierbrunnen in Europa wird das Wasser selbst bei Minusgraden nicht abgedreht.

Bei frostigem Winterwetter gefriert das sprühende Wasser an den beweglichen Eisengliedern und verwandelt die Maschinen in tropfende, bizarre Eistürme. Diese Praxis verlangt Durchhaltevermögen: Im strengen Winter 1982/1983 dehnte sich das Eis mit solcher Wucht aus, dass Teile mehrerer Skulpturen barsten. Daraufhin versah die Stadt das Innenleben der Mechanismen mit dauerhaften Stützen.

Fasnachtsinspiration und kulturelle Bedeutung

Der offizielle Name Fasnachtsbrunnen und die chaotische Energie des Ensembles sind von der Basler Fasnacht inspiriert. Diese jahrhundertealte Tradition lag Tinguely sehr am Herzen, der selbst aktives Mitglied einer Fasnachtsclique war.

Die Basler Installation war Tinguelys erster kinetischer Brunnen im öffentlichen Raum. Ihr internationaler Erfolg ebnete den Weg für spätere Ikonen wie den Strawinsky-Brunnen in Paris oder den Jo-Siffert-Brunnen in Fribourg. Heute, zwischen Barfüsserplatz und Elisabethenkirche gelegen, dient der Tinguely-Brunnen als lebendiges Scharnier, das den mittelalterlichen Stadtkern Basels mit modernen Kulturinstitutionen wie der Kunsthalle Basel und dem Theater Basel verbindet.

FAQ

Wo befindet sich der Tinguely-Brunnen?

Der Brunnen befindet sich auf dem Theaterplatz im Zentrum von Basel in der Schweiz und verbindet den historischen mittelalterlichen Stadtkern mit modernen Kulturinstitutionen wie dem Theater Basel.

Wann ist der Tinguely-Brunnen in Betrieb?

Der Brunnen ist das ganze Jahr über ununterbrochen in Betrieb und pausiert nur am Mittwochmorgen für die routinemäßige städtische Reinigung. Selbst bei Minustemperaturen im Winter läuft das Wasser weiter, wodurch sich gewaltige Eistürme an den Skulpturen bilden.

Woraus bestehen die Skulpturen des Brunnens?

Der Schweizer Kinetikkünstler Jean Tinguely schuf die zehn Skulpturen aus geretteten Maschinenteilen und Metallschrott der demontierten Bühne des alten Stadttheaters, das sich zuvor an genau derselben Stelle befand.

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