Zeughauskeller: Zürichs historische Bierhalle im Zeughaus - Zurich
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Zeughauskeller: Zürichs historische Bierhalle im Zeughaus

Zurich, Switzerland

Vom Munitionsdepot des 15. Jahrhunderts zum Speisesaal

Der Zeughauskeller an der Bahnhofstrasse 28a, unweit des Paradeplatzes, residiert in einem Gebäude aus dem Jahr 1487. Erbaut in einer Ära kriegerischer Konflikte rund um die Alte Eidgenossenschaft, diente der Bau ursprünglich als städtisches Zeughaus von Zürich. Fast vier Jahrhunderte lang war er das zentrale Depot der Stadt: Hier wurden Waffen, Rüstungen und Artilleriemunition gelagert, gewartet und ausgegeben.

Die militärische Nutzung fand 1867 ihr Ende, als Zürich sein kantonales Zeughaus auf die andere Seite der Sihl verlegte. Nach Jahrzehnten als Wohn- und Geschäftsgebäude wurde das historische Erdgeschoss 1926 zu einer traditionellen Bierhalle mit Restaurant umgestaltet. Seitdem wird das Lokal als unabhängiger Familienbetrieb über Generationen weitergeführt, unter anderem von Wirtin Denise Hammer.

Architektur und Zeughaus-Atmosphäre

Im Inneren hat sich der Zeughauskeller seine spätmittelalterliche Bausubstanz bewahrt. Die Gäste sitzen an langen Gemeinschaftstischen aus Massivholz unter schweren Deckenbalken, die von originalen Steinsäulen aus dem 15. Jahrhundert getragen werden. Durch die hohen Decken und das offene Raumkonzept entsteht jene typisch hallende, lebendige Wirtshausakustik.

Ganz im Zeichen seiner militärischen Vergangenheit sind die Steinbögen und Wände des Saals mit historischen Waffen geschmückt: eiserne Piken, Hellebarden, Schilde, Armbrüste und schwere Artilleriegeräte. Dieses geschichtsträchtige Ambiente setzt einen bodenständigen Gegenpol zu den Bankentürmen und Luxusboutiquen rings um den Paradeplatz.

Schweizer Klassiker und Fleisch am Schwert

Als ausgesprochen gut besuchtes Traditionslokal serviert der Zeughauskeller tagtäglich klassische Schweizer Regionalküche und frisch gezapftes Bier. Zu den festen Größen auf der Karte gehören Zürcher Geschnetzeltes (Kalbfleisch in einer sämigen Weißwein-Rahmsauce), knusprig gebratene Schweinshaxen, Würste und Rösti.

Bekannt ist das Restaurant vor allem für seine Gerichte mit Zeughaus-Bezug, allen voran das Bürgermeister Schwert: Dafür wird mariniertes Fleisch direkt um die Klinge eines Metallschwerts gewickelt, gegrillt und an den Tisch gebracht. Eine weitere kulinarische Reminiszenz ist die Wurstspezialität namens Kanonenputzer.

Die Legenden um Tell und Zwingli

Über die Jahrhunderte verwob sich das Zeughaus eng mit regionalen Mythen. In Volkssagen und Reiseberichten des 19. Jahrhunderts hieß es immer wieder, dass ausgerechnet die Armbrust von Schweizer Nationalheld Wilhelm Tell hinter diesen Mauern aufbewahrt werde.

Frühe Reiseführer beriefen sich zudem auf Erzählungen, wonach die Streitaxt des Reformators Huldrych Zwingli aus der Schlacht bei Kappel von 1531 hier lagere. Geschichtsschreiber des 19. Jahrhunderts erklärten die Zwingli zugeschriebene Waffe allerdings für eine Fälschung.

FAQ

Wann wurde das Gebäude des Zeughauskellers ursprünglich errichtet?

Das Gebäude wurde 1487 als zentrales Waffen- und Munitionsdepot der Stadt Zürich errichtet.

Wann wurde das Zeughaus in ein Restaurant umgewandelt?

Die militärische Nutzung endete 1867. Im Jahr 1926 wurde das Erdgeschoss des Gebäudes schließlich zur Bierhalle und zum Restaurant Zeughauskeller umgebaut.

Was ist das Gericht »Bürgermeister Schwert«?

Das »Bürgermeister Schwert« ist eine Spezialität des Hauses: Mariniertes Fleisch wird um die Klinge eines Metallschwerts gewickelt, gegrillt und so serviert.

Welche historischen Legenden ranken sich um das alte Zeughaus?

Berichte aus dem 19. Jahrhundert überliefern lokale Volkssagen, wonach im Zeughaus Wilhelm Tells Armbrust sowie die Streitaxt aufbewahrt wurden, die Reformator Huldrych Zwingli 1531 in der Schlacht bei Kappel getragen haben soll.

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